Kobane wurde zu Stalingrad, Efrin wird unser Vietnam!

Mit dem Abzug der russischen Beobachtungstruppen aus Efrin und den Verhandlungen zwischen der Türkei und Russland wurde für eine türkische Militärintervention endgültig der Weg geebnet. Die Behauptung des russischen Außenministeriums und Assads, dass sie einen türkischen Angriff in Efrin nicht zulassen würden, hat sich als haltlos erwiesen. Für die Bevölkerung Efrins ist die türkische Aggression heute gelebte Realität.

An den Fronten werden die Schützengraben ausgegraben, in den Städten werden die Fahnen gehisst. Der Widerstand gegen den faschistischen türkischen Staat durchläuft heute die Straßen Efrins. Heute in Efrin, wie gestern in Kobane, hängt die Zukunft der Völker Rojavas am seidenen Faden. Entweder, die imperialistischen Kriegstreiber werden zerschlagen, oder die errungene Freiheit geht unter.

In Kobane waren vor drei Jahren die revolutionären Kräfte vom islamischen Staat an die Wand gedrängt worden. Die Zeitungen und Nachrichtenagenturen berichteten täglich davon, wie der IS immer weiter in die Stadt eindrang. Für sie waren die Tage der Revolution gezählt. Doch ihre Prophezeiung ging nie in Erfüllung. Die revolutionären Kräfte organisierten kühn die Verteidigung ihrer Stadt: aus den Häusern wurden Posten, aus den Werktätigen wurden Soldatinnen. Und nach monatelangem erbitterten Krieg konnte der Belagerungszustand gebrochen werden. Der faschistische Angriff auf Kobane scheiterte nicht an den Bombardements der USA, sondern am Willen der Bevölkerung Kobanes, die lieber mit ihrer Revolution untergingen, als ihre Stadt den Faschisten zu überlassen. Er scheiterte an Emre Aslan und an Özgür Ertan, an Sibel Bulut und an Suphi Nejat. Es liegt an ihnen, dass der Widerstand von Kobane als das Stalingrad unserer Zeiten gelten kann. Und es lag an der grenzenlosen Solidarisierung der unterdrückten Völker aus aller Welt, welche sich im Kampf und im Schicksal der kämpfenden Bevölkerung Kobanes wiederfanden und widerspiegelt sahen.

Genau diesen Widerstand gilt es nun nach Efrin zu tragen. Heute versucht der türkische Staat, seine Kontrolle in Syrien auszuweiten und seine militärische und, wie am Beispiel Schehba deutlich wird, folglich auch wirtschaftliche Präsenz zu stärken. Nur wenn ein erbitterter, grenzenloser Krieg gegen die Imperialisten entfacht wird, wird auch diese Bestrebung scheitern.

Wir werden es nicht zulassen, dass aus Efrin eine weitere Kolonie der Imperialisten gemacht wird. In Kobane holten wir uns unser Stalingrad, in Efrin werdet ihr euer Vietnam erleben.

Young Struggle