Über die Theorie der Frauenrevolution – Sengül Bulut

Die Frauenrevolution ist ein Ergebnis jahrelanger Kämpfe der Frauenrevolution, der Sehnsucht und des Rechts auf ein freies Leben der Frau. Diese Suche nach einem gleichberechtigten Leben hat sich in der Theorie der Frauenrevolution gefestigt.

Seit etwa 5000 Jahren ist das Privateigentum ein Käfig, der das Patriarchat hervorgebracht und damit Jahrtausende der Unterdrückung, Erniedrigung und Entmenschlichung verursacht hat. Das Patriarchat (die Herrschaft des Mannes) hat sich in jeder Form der Klassengesellschaft fortgesetzt. Es hat sich mit der herrschenden Klasse der jeweiligen Gesellschaft verschmolzen und lebt in allen seinen ökonomischen, politischen und militärischen Institutionen auf. Familie, Schule, Justiz, Bürokratie, Militär, Monopol sind nur einige Beispiele dieser Institutionen für die heutigen kapitalistischen Gesellschaft, in der das Patriarchat existiert. Mit Entstehen des Kapitalismus hat sich nichts an der Realität der Klassengesellschaft und des Patriarchats verändert. Aber genauso wie die Bourgeoisie in ihrer Entstehung einen revolutionären Charakter getragen hat, hat sie auch zu komplett anderen Bedingungen für die Geschlechterfrage geführt und etwas Neues geschaffen. Im Gegensatz zu allen anderen vorherigen Gesellschaftsformen gibt es einen Widerspruch im Kapitalismus, der den Weg der Frauen in die Frauenrevolution ebnet: Der private Charakter des Eigentums und der gesellschaftliche Charakter der Produktion. Dieser Widerspruch hat dazu geführt, dass die Frauen weiterhin sexuell ausgebeutet, objektifiziert und in häuslicher Abhängigkeit gehalten werden. Auf der anderen Seite werden sie jedoch aus dem Haus herausgezerrt, Teil der gesellschaftlichen Produktion und ökonomisch ausgebeutet. Sowohl ihre Arbeit als auch ihr Körper wird ausgebeutet. Diese Realität hat dazu geführt, dass Frauen mit dem Kapitalismus zwar zwischen den verschiedenen Unterdrückungsformen zerrissen werden, aber erstmals wirklich Teil einer Klasse geworden sind. Während in früheren Gesellschaften die Frau ‚Besitz‘ der Männer einer Klasse waren, keine eigene Existenz für sich hatte (selbst die Frauen der herrschenden Klasse), wurde sie von nun an wirklich einer Klasse zugehörig.

Die materielle Herrschaft des Patriarchats

Das Patriarchat ist nicht nur bloß ein Gedanke, eine Einstellung, ein Geist der umherirrt. Es hat wie jede Macht eine materielle Existenz: Männerwirtschaft, politische Herrschaft und die bürgerlichen Institutionen. Durch sie wird das Patriarchat verwirklicht. Der Mann, die Bourgeoisie, das Kapital eignen sich sowohl den Körper der Frau als auch ihre Arbeit an. Sie sind es, die Gewalt anwenden: Versklavung durch sexuelle und physische Angriffe, die Zerschlagung individueller und organisierter/gesellschaftlicher Freiheitsbestrebungen und vieles mehr.

Um es kurz zu fassen: die bürgerliche Familie, die Institutionen des Ehemanns und des Vaters gehören zu den institutionellen Strukturen des Patriarchats. Diese institutionellen Grundfesten des Patriarchats gilt es umzustürzen. Nur solange diese institutionellen Grundfesten vorhanden sind, wird die Männerherrschaft durch Ehe, Scheidung, Gewalt und sexuelle Angriffe gestützt. Wenn militärische Apparate, die Justiz und andere Formen zur Deckung reaktionäre Männergewalt nicht sein würden, dann wäre die materielle Grundlage der einzelnen Männeraktionen zur Aufrechterhaltung dieser Herrschaft nicht vorhanden und man bräuchte nur einen Kampf gegen eine patriarchale Denkweise zu führen. Die Frauenrevolution richtet sich gegen die materielle Existenz des Patriarchats.

Verschiedene Annäherungen an den Frauenbefreiungskampf, Feminist*innen und Kommunist*innen

Im Grunde lassen sich die verschiedenen Programme des Frauenbefreiungskampfes in zwei teilen: Evolutionäre und Revolutionäre Programme. Um es zusammenzufassen gehören Feminist*innen mit all ihren Strömungen und Ausrichtungen zu den Verfechter*innen der evolutionären Programme. Kommunist*innen vertreten die revolutionären Programme. Evolutionäre Programme versuchen die Bedingungen der Frau zu verbessern, Stellungen für die Frauen zu gewinnen, Lebensräume und politische Räume für Frauen zu schaffen. Mit diesen gewonnenen Stellungen versuchen sie, in verschiedenen Variationen Schlag für Schlag das Patriarchat zurückzudrängen. Ein revolutionäres Programm verfolgt das Ziel, das Unterdrückungsverhältnis zwischen Mann und Frau auf dem kürzesten Weg aufzuheben.

Die werktätige linke Bewegung, Parteien mit revolutionären Anspruch weltweit haben eine sehr verkürzte und falsche Kritik am Feminismus und haben sich in dieser Frage leider kaum den Notwendigkeiten entsprechend weiterentwickelt. Die oberflächliche Kritik „Feminist*innen sehen das Problem nicht in der Klassen, sie sehen das Problem im Mann“ ist Ausdruck dessen. Es ist nämlich tatsächlich der Mann, der im Patriarchat diesen Ausbeutungs- und Unterdrückungsmechanismus ausführt und ihn zu problematisieren ist völlig angemessen. Genauso wie wir im Kampf gegen die Bourgeoisie gegen einzelne Chefs, gegen die ökonomischen und politischen Strukturen kämpfen, kämpfen wir auch gegen die einzelnen Männer, gegen die Institutionen des Patriarchats insgesamt.

Kommunist*innen streben eine Gesellschaft der Freiheit, Gerechtigkeit, des Glücklichseins und des Fortschritts an. Dass sie die fortschrittlichsten Lebensbedingungen aller Menschen anstreben, bedeutet auch, dass sie natürlicherweise auch die größten Verfechter der Freiheit der Frau sind.

Obwohl es in der Theorie und in den praktischen Erfahrungen unzählige Voraussetzungen der Kommunist*innen für eine richtige und revolutionäre Annäherung in der Frauenbefreiungsfrage gibt, wurde das eigene revolutionäres Potential nicht genügend vertieft und ausgeschöpft. Deswegen gibt es die typische Kritik am Feminismus, dass sie das Problem der Klasse nicht sähen. Feminist*innen sehen ihren eigenen Existenzgrund in der Frauenbefreiung und ihnen vorzuwerfen, dass sie nicht darüber hinausgehen, bezeugt eine völlig falsche Erwartungshaltung. Was wir brauchen ist keine patriarchale, sondern eine revolutionäre Kritik des Feminismus. Die Kritik des Kommunismus am Feminismus darf sich nicht darauf konzentrieren, dass sie keine Befreiung der Klasse anstrebt, sondern ihr Ziel, die Befreiung der Frau, nicht erreicht und in der Bündnispolitik mit feministischen Strömungen muss der ideologische Kampf hierauf beruhen. Die richtige Frage für die Freiheit der Frau lautet nämlich, welches der beiden Programme (evolutionär/revolutionär) zum Ziel der Frauenbefreiung führt.

Der grundlegende Unterschied zwischen Kommunist*innen und Feministinnen liegt nicht in der Definition des „Problems“, sondern in der Definition der „Lösung“. Die Qualität des Kampfes, der von beiden geführt wird, ist eine ganz andere. Nichtsdestotrotz kann jede Kampferfahrung der Feminist*innen, auch die Kämpfe, in denen einzelne Männer ins Visier genommen wurden, von den Kommunist*innen angeeignet und praktiziert werden. Jeder Angriff der Feminist*innen gegen die Institutionen des Patriarchats, jede Änderung, die sie in den patriarchalen Gesetzen fordern, kann eine fortschrittliche Rolle spielen.

Die Frauenrevolution

Die Frauenrevolution ist die Hälfte der gesellschaftlichen Revolution, sie ist das revolutionäre Programm der Befreiung der Frau. Frauenrevolution bedeutet die Aufhebung des Patriarchats mit der Zerstörung, Zerstückelung und Aufhebung ihrer grundlegenden materiellen, gesellschaftlichen Stützen. Es handelt sich dabei um das Privateigentum der Produktionsmittel und die politisch-ökonomische Struktur, die sich darauf stützt. Das bedeutet auch die Zerschlagung des bürgerlichen Staates und die Liquidierung des Privateigentums an den Produktionsmitteln. Der Unterschied der Frauenrevolution ist, dass sie sich mit der gesellschaftlichen Revolution für den Aufbau des Sozialismus überschneidet, aber darüber hinausgeht, bis zum Kommunismus. Das unterdrückte Geschlecht der Frau bereitet ihre eigene Revolution innerhalb der gesellschaftlichen Revolution der unterdrückten Klasse vor und verwirklicht sie mit ihr. Aber eine solche gesellschaftliche Revolution und der Sozialismus heben die objektive Grundlage für Geschlechtsunterschiede nicht auf. Eine neue Gesellschaft muss ein solches Produktivitätsniveau erreichen, dass sie sowohl die Funktionen der Reproduktion des menschlichen Geschlecht allesamt vergesellschaftet (Hausarbeit, Kinderbetreuung und Altenpflege u.ä.), als auch das Privateigentum an den persönlichen Konsumwaren allesamt aufheben. Bis dieses Niveau erreicht wird, wird die Gesellschaft, in der die Frau das zweite Geschlecht ist und unter geschlechtlicher Arbeitsteilung leidet, fortgesetzt. Nachdem die Frauen ihre eigene Situation tiefgreifend verändern, indem die patriarchale, kapitalistische Ordnung gestürzt wird, werden sie in geeigneter Form diesen revolutionärer Sturm in der neuen Gesellschaft weiterführen: Das bedeutet neue Bedingungen und Möglichkeiten nach der Revolution. Das Bedürfnis einer konkreten geschlechtlichen Politik und organisatorischen Linie vor, während und nach der Revolution beruht darauf. Die gesellschaftliche Revolution, die zum Sozialismus führt, wird ohne Zweifel selbst mit ihren allerersten Gewinnen ein unvergleichlich fortgeschritteneres Niveau im Vergleich zu heute aufweisen. Ein Beispiel dafür ist die Sowjetunion, die frisch nach ihrer Geburt trotz aller Schwierigkeiten so unglaublich fortschrittlichere Lebensrechte und -bedingungen geschaffen hat als es die heutige, vergammelte bürgerliche Gesellschaft zum Großteil schafft (erstmaliges Recht auf Schwangerschafsabbruch, Legalisierung der Homosexualität, Kinderbetreuung, erleichtertes Ehe- und Scheidungsrecht uvm.).

Wenn also die gesellschaftliche Revolution die Frauenrevolution noch nicht vollendet, sondern nur den Weg dahin ebnet, muss der Anteil der Frauen an der Herrschaft innerhalb der neuen gesellschaftlichen Ordnung gewährleistet und gestärkt werden. Das bedeutet, dass die eigene(n) autonome(n) Organisierung der Frauen auf Grundlage ihres Geschlechtsbewusstseins (oder wenn wir von einer riesigen neuen Gesellschaftsordnung sprechen ist es richtiger von unzähligen Arten der autonomen Organisierung zu sprechen) zwingend ist, damit sie in der Partei, im Staat, im Militär, in der Justiz das dafür erforderlichen Quantitätsniveau (zahlenmäßig) erreicht und mit ihrem eigenen geschlechtlichen Niveau teilnimmt, also als kollektive, gesellschaftliche Kraft teilnimmt.

Die Teilnahme der Frauen in jedem Bereich der Revolution ist dafür ausschlaggebend.

Außerdem muss die Frau innerhalb dieser Gesellschaftsordnung auf organisierte Weise ihren Platz einnehmen, nicht nur für die materielle Sicherheit ihrer eigenen Freiheit, sondern auch als eine der fortschrittlichsten Dynamiken dieser Ordnung, vielleicht sogar die fortschrittlichste. Die Frau ist eine der Dynamiken, die auch im Sozialismus mitunter das größte Interesse an einem Fortschreiten der Revolution hat und im Rahmen ihrer geschlechtlichen Identität ein Bewusstsein für dieses Interesse am ehesten von selbst erlangt.

Die Verbündeten der Frauenrevolution

Die grundlegende strategische Frage politischer Programme ist die Frage der Verbündung: Mit welchen gesellschaftlichen Kräften müssen sich die Frauen verbünden, welche sind ihre Reserve?

Wer hat neben uns ein Interesse daran, dass die materiellen Stützen des Patriarchats liquidiert werden? Tatsächlich sind diejenigen Männer Verbündete der Frauenrevolution, die einen Widerspruch zum Privateigentum, zur kapitalistischen Ordnung haben.

Hierbei ist besonders, dass Frauen selbst Teil und die Hälfte der Klasse sind, die ausgebeutet wird und ein Interesse daran haben, den Kapitalismus zu zerschlagen. Auf der anderen Seite sind sie aufgrund ihres Geschlechts Verbündete dieser Klasse, der anderen Hälfte dieser Klasse und treten mit ihr von außen in Beziehung. Als Geschlecht ist die Frau Verbündete des proletarischen Mannes. Das bedeutet keinen gesellschaftlichen Frieden, keine Geschlechteraussöhnung, sondern Kampfgemeinschaft und revolutionäre Verbündung. Aus diesem Grund heißt es nicht, dass die kommunistische Frau den Mann nicht zum Problem macht, genauso wie der geschlechtliche Kampf innerhalb dieser Verbündung von Zeit zu Zeit zu ideologischen und politischen Kämpfen führt. Dass der proletarische Mann Verbündeter der Frauen ist, heißt nicht, dass sie ihren Schwestern den Rücken kehren. Auch ein Teil feministischer politischer Subjekte kann eine revolutionäre Haltung innerhalb der Revolutionsprozesse einnehmen. Aber im Endeffekt ändert sich nichts an den gesellschaftlichen Kräften der gesellschaftlichen Revolution, denen die Frauenrevolution eigentlich angehört. Natürlich ist diese Frage der Verbündung nach der gesellschaftlichen Revolution, genauso wie die gesellschaftlichen Kräfte und die Rolle politischer Subjekte insgesamt.

Revolutionäre Gewalt

Wie jede Herrschaftsgewalt ist auch die patriarchale Ordnung eine Unterdrückungsordnung und wie alle Unterdrückungsordnungen kann sie nur mit Waffengewalt bestehen bleiben. Aber eine gesellschaftliche Revolution muss zur Zerstörung dieser Unterdrückungsordnung ihren Weg durch Gewalt öffnen und die Gewalt der Herrschenden mit Mitteln der Gewalt beantworten. Die Frauenrevolution muss zu einem Kampf führen, der bewaffnete Formen gegen die patriarchale Ordnung anwendet. Damit  Frauen mit den Mitteln der Gewalt im Hinblick auf ihre eigene geschlechtliche Befreiung in Kontakt kommen, müssen sie als allererstes ein aktives Subjekt zur Sicherstellung des gesamten Erfolgs der gesellschaftlichen Revolution werden. Sie müssen in allen Kämpfen die Beziehung mit den Mitteln der Gewalt auf Grundlage ihrer kollektiven Identität aufbauen (bestes Beispiel hierfür ist die YPJ in Rojava).

Also muss die Frau an den bewaffneten Kämpfen mit ihrer geschlechtlichen Organisation, Politik und dieser Perspektive teilnehmen, um auch als Geschlecht ihren Anteil an den Gewinnen dieser Kämpfe zu erhalten. Eine wichtige Schwäche im Bezug auf die Gewaltfrage ist die Anwendung der bewaffneten Kampfformen bei Frauenspezifischen, politischen Fragen. Mit anderen Worten müssen geschlechtliche Rechte, Gewalt an Frauen, sexuelle Angriffe, verschiedene Formen der Vergewaltigung zum Thema der bewaffneten Formen des Frauenbefreiungskampfes werden, egal ob sie von patriarchalen gesellschaftlichen Institutionen oder einzelnen Männer als Verfechtern dieser Ordnung angewendet werden.

Das doppelte Revolutionärsein

Die doppelten Ausbeutung erfordert natürlicherweise ein doppeltes Revolutionärsein, eine doppelte Organisierung und doppelte Entwicklung zur Führerin*. Diese Entwicklung hängt mit der Führung der Frauenrevolution zusammen. Der doppelte Charakter der gesellschaftlichen Revolution und die doppelten Aufgabe der Frau führen dazu, dass die Frau zur Führerin innerhalb des Freiheitskampfes der gesamten Menschheit werden muss und das bedeutet, dass die Kräfte des Frauenbefreiungskampfes die Forderungen und Sehnsüchte der unterdrückten und ausgebeuteten Klasse und Schichten auf fortgeschrittenste Weise vertreten. In revolutionären Organisationen gibt es eine Vielzahl von Beispielen und Mitteln, wie politisch, organisatorisch und ideologisch geführt wird: Quotensystem bis zu gleichberechtigter Repräsentation, auch die Lebensgeschichten von führenden Revolutionärinnen* gehören dazu. Die Entwicklung der Frau zur Führerin* kann nur als kollektive Subjektifizierungsaktion und auf Grundlage eines kollektiven Geschlechtsbewusstseins verwirklicht werden. Nur so werden Frauen als Geschlecht zur Führung und stützen sich dabei auf eine  gesellschaftliche Basis.

Kampf um Reformen und politische Massenbewegung

Die Frauenrevolution identifiziert sich mit der politischen Frauenmassenbewegung. Frauen werden im Rahmen der Frauenrevolution zu verschiedenen Themen der gesellschaftlichen Kämpfe, für ihre eigenen geschlechtlichen Forderungen und Themen, sowie für die gesellschaftliche Revolution mobilisiert. Gleichzeitig werden die fortschrittlichen Kräfte der Gesellschaft für geschlechtliche Themen und politische Kämpfe mobilisiert. Nur durch diese Thematisierung kann sich das Geschlechtsbewusstsein einzelner Frauen und die kollektive Identität der Frauen mit ihrer gesellschaftlichen Aktion entwickeln. Die politische Massenbewegung der Frauen muss sich aufgrund des Doppelcharakters der Revolution unbedingt zweiseitig entwickeln. Auf der einen Seite steht die kollektive Beteiligung der Frauen in den gesamten gesellschaftlichen Kämpfen als gesellschaftliche Kraft, als Geschlecht. Dann gibt es den Kampf der Frauen gegen die verschiedenen Auswüchse der geschlechtlichen Unterdrückung und Erniedrigung. Es gilt diesen Kampf innerhalb der gesamten gesellschaftlichen, kämpferischen Dynamiken täglich zu verbreiten. Die Kämpfe der Frauen für verschiedene ökonomische, politische und gesellschaftliche Reformen müssen an ein revolutionäres Programm gebunden werden. Dadurch werden die Frauen in diesen Kämpfen gebildet, wird ein kollektives Bewusstsein sowie die Fähigkeit, zusammen in Aktion zu treten gewonnen, und politische Kampferfahrung gesammelt. Mehr noch schaffen erkämpfte Reformen geeignetere politische Bedingungen für die Organisierung und Politisierung von Frauen und ihre Beteiligung am gesellschaftlichen Leben und Kämpfen. Die Frauen gewinnen ihre kollektive Existenz in den Kämpfen und werden zu Subjekten.