Gerechtigkeit für Suruc, Gerechtigkeit für alle!

Nachdem die Stadt Kobane seitens des IS mithilfe der faschistischen türkischen Regierung dem Erdboden gleichgemacht wurde, startete die Föderation der sozialistischen Jugendverbände (SGDF) in der Türkei eine Kampagne, um beim Wiederaufbau der Stadt zu helfen. Mit der Parole “Wir haben zusammen verteidigt, wir werden zusammen wieder aufbauen” reisten vor allem Jugendliche aus allen Städten der Türkei am 20. Juli 2015 in Suruc an. Während sie dort im Amara Kultur Zentrum eine Presseerklärung machten, verübte ein Mitglied des IS ein
Selbstmordattentat, das 33 Revolutionär*innen das Leben kostete. Mehr als 150 Menschen wurden verletzt, viele trugen bleibende Schäden davon.

Abdurrahman Alagöz, der den Anschlag verübte, war es gelungen durch ein hochsicheres,hochbewachtes Gebiet ohne jegliche Probleme mit einer Bombe letzendlich bis zum Amara Kultur Zentrum zu gelangen. Zusätzlich wurde in dieser Zeit nach Alagöz gefahndet. Berichten zufolge sei es ihm gelungen, sich abseits der Polizei und den Panzern zu bewegen. Dass ein gefahndeter Terrorist mit einer Bombe einfach durch ein hochsicheres Gebiet spazieren konnte,
machte viele Menschen stutzig, sodass immer mehr Menschen auf die Straßen gingen, um die Beteiligung Erdogans und der faschistisch-islamistischen AKP ans Licht zubringen.

Tatsächlich beweisen immer mehr Daten die Annahme, dass der Anschlag seitens der AKP und Erdogan unterstützt, zumindest nicht verhindert wurde. Das Massaker von Suruc war nur einer von vielen Anschlägen, die die türkische und kurdische Bevölkerung in den letzten Jahren wegen Erdogan durchleben musste. Nach seiner Niederlage in Kobane und der Einsicht, dass er gegen die Rojava Revolution nicht ankommt, und dem darauffolgenden Wahlerfolg der HDP, nahm Erdogan diese Ereignisse als Anlass, um die
Menschen durch eine Zeit der Folter und Dunkelheit zu bringen und die Bevölkerung für seine Misserfolge zu bestrafen. Außerdem wollte er somit alle, die nicht auf seiner Seite waren oder taten was er sagte, ausschalten. Mit dem niemals endenden Ausnahmezustand und dem außerkrafttreten von Gesetzen, werden seither alles fortschrittliche, revolutionäre und humanistische versucht zu zerschlagen. Immer wieder wird deutlich, dass die Errungenschaften der Rojava Revolution Erdogan ein Dorn im Auge sind. Dies führte ihn letztendlich dazu, den
gescheiteterten Versuch Kobane über den IS einzunehmen damit gut zumachen, selber offen in Efrin einen Invasionskrieg zu starten. In ganz Kurdistan wurden Städte, Dörfer und Berge mit dem Erdboden gleich gemacht, tausende Menschen wurden auf schrecklichste Weise getötet
und gefoltert.

Gleichzeitig wurden in der Türkei dutzende Journalist*innen festgenommen,Presse- und Rundfunkorganisationen wurden zensiert und verboten, gewählte Abgeordnete wurden hinter
eiserne Gitter gebracht und ihrer Immunität entzogen. Während die Zensuren in den sozialen Medien eingeleitet wurden, wurden Massaker wie das von Suruc als „geheim“ erklärt und hinter geschlossenen Türen gehalten.
Bei dem Massaker von Suruc wurden, sowie bei allen darauf folgenden Massakern, die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen. Jeden Tag aufs neue müssen Freunde und Familie,
Überlebende und Verletzte der Massaker sowie der Rest der Welt dabei zusehen, welch große Ungerechtigkeit und Skrupellosigkeit die faschistische türkische Regierung an den Tag bringt. Bei jedem Gerichtsprozess müssen die Familien erneut die selben Enttäuschungen erleben.

Trotz allem geben sie ihre Forderungen nach Gerechtigkeit nicht auf, und das werden wir auch nicht. So wie es in der türkischen Bevölkerung schon breite Massen aus Revolutionär*innen, Journalist*innen, Arbeiter*innen und Humanist*innen auf die Straßen tragen, werden auch wir als
YS unsere Forderungen auf die Straßen Europas tragen. Wir werden das Massaker von Suruc weder vergessen, noch den Tätern und Verantwortlichen vergeben. Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Täter und Verantwortlichen dieses Massakers gedeckt werden und immer noch frei durch die Gegend spazieren. Erdogan und seine Komplizen sind nicht mehr in der Lage, ihre Rolle und Verantwortung in den Massakern zu verbergen.

Wir als Young Struggle fordern Gerechtigkeit für die Opfer des Suruc Massakers!
Die Suruc Gefallenen sind unsterblich!

Young Struggle