18 Jahre, 80 Ausgaben Young Struggle

„YOUNG STRUGGLE soll eine Zeitschrift von Jugendlichen für Jugendliche sein. Unser Ziel ist, mit euch Jugendlichen zusammen alle Themen zu diskutieren, die für unsere gemeinsame Zukunft wichtig sind. Wir wollen aber nicht nur diskutieren, sondern auch vorschlagen, wie wir etwas verändern können.“

Mit diesen Worten haben Jugendliche aus verschiedenen Nationen zwischen 16-23 Jahren im September 2000 angefangen, die Jugendzeitschrift Young Struggle herauszubringen. Noch mit einer übersichtlichen Seitenzahl und einfachem Layout wurde der erste Schritt gemacht. Der Titel: Kein Fußbreit dem Faschismus!

Jede Form von Presse, egal ob gedruckt oder medial, steht mit der ersten Ausgabe vor der kritischen Aufgabe, ihr Existenzrecht zu gewinnen.

Das Konzept: Eine Zeitschrift von Jugendlichen für Jugendliche

Ein Jahr nach der ersten Ausgabe klärt die Redaktion wiederholt über die Gründe auf, warum Young Struggle ein Bedürfnis für die Jugendbewegung in Deutschland ist. „Wir woll(t)en euch nicht mit irgendwelchen belanglosen Dingen vollquatschen, sondern wir haben versucht und werden auch weiterhin versuchen, allen Jugendlichen klar zu machen, unter welchen Bedingungen wir in diesem Land zu leben haben. Egal, welcher Nationalität wir angehören, eins steht fest: Unsere Interessen, die Interessen der Jugend also, werden in bzw. von diesem Staat nicht vertreten. […] Young Struggle ist ein Mittel, um sich zu vereinigen und etwas auf die Beine zu bringen… Ihr könnt sie in der Schule euren Freunden verkaufen, damit auf Demos gehen und neue Leute kennenlernen oder neue Abonnenten gewinnen.“

Young Struggle realisiert sich selbst, wenn sie zu einem Organ und Sprachrohr der Jugendmassenbewegung wird und zu einem der politischen Anziehungspunkte für die Probleme der Volksjugend.

Ihre Mission ist es nicht, sozialistische Jugendliche auszubilden, den Jugendlichen von ihren Problemen unabhängige Artikel vorzutischen.

Vielmehr war und ist Ziel der Jugendzeitschrift die Schaffung einer „Plattform, wo Jugendliche verschiedener Herkunft gemeinsam über aktuelle und allgemeine Probleme diskutieren, sich austauschen, kritisieren was ist und sagen, was sein soll. Eine Zeitschrift, die eine Brücke schlagen will zwischen Migranten und Deutschen, zwischen Bosporus und Schwarzwald. Ein Mittel, um die Jugendbewegung in Deutschland zu stärken, Bewusstsein zu schaffen und eine Alternative anzubieten zu der monotenen Propaganda der Herrschenden.“ (Probleme sind dazu da, um gelöst zu werden, Ausgabe 37)

In der Hinsicht hat sie immer wieder betont, dass Artikel und Beiträge von Jugendlichen immer und zu jeder Zeit erwünscht sind. Sie hat das nicht nur betont, sondern hat die Leser*innen immer wieder scharf dafür kritisiert, dass sie nicht aktiv Teil von Young Struggle werden.

18 Jahre Teil der politischen Kämpfe

Auch wenn es mit der Periodik nicht immer geklappt hat, war Young Struggle 18 Jahre lang ein Teil der politischen Jugendbewegung in Deutschland. Ein einzelner Blick in das Archiv wird zeigen, dass die Redaktion aktuelle Themen der politischen Widerstandsbewegung thematisiert und diskutiert hat.
Die Zeitschrift diente den sozialistischen Jugendlichen zweierlei. Erstens dient sie als Mittel zur Kanalisierung und Mobilisierung von Jugendmassen in den politischen Kampf. Zweitens dient sie zur Politisierung, also als Propagandaorgan für die Jugundlichen, die mit uns in Berührung gekommen sind.

Obwohl Young Struggle eine Zeitschrift von Jugendlichen für Jugendliche ist, verfolgt sie eine politische Redaktionslinie und wird nicht von Spontanität geleitet. Diese Redaktionslinie leitet sowohl die Redaktion, auch die Autoren.

Als Massenzeitschrift sozialistischer Jugendlicher positioniert sich Young Struggle in allen Widersprüchen des politischen Klassenkampfes auf der Seite der Unterdrückten. Sie hat eine strikt antikapitalistische Linie, in der der Kampf gegen Faschismus und Rassismus besonders hervorgehoben wird.

Young Struggle definiert sich als Frauenzeitschrift. Das bedeutet nicht, dass sie nur von Frauen für Frauen geschrieben wird. Wie eine Frauenzeitschrift arbeiten bedeutet, dass alle Themen mit der Perspektive der Frauenbefreiung diskutiert werden, sodass sich alle Artikel ausnahmslos gegen das Patriarchat auf der Seite der Frauen und LGBTIQ+ befinden.

Auch angesichts der Gründungskodierungen von Young Struggle ist der internationalistische Charakter von Young Struggle besonders stark. Sie solidarisiert sich mit allen Kämpfen des internationalen Proletariats und Unterdrückten, der Frauen, Lgbtiq+ und Jugendlichen gegen Kapitalismus, Faschismus und Imperialismus. Da Young Struggle eine Zeitschrift ist von Jugendlichen, die in einem imperialistischen Zentrum leben, setzt sie sich besonders die Aufgabe, die Stimme der unterdrückten Völker in die imperialistischen Zentren zu tragen.

Zusammenfassend positioniert(e) sich Young Struggle in der widersprüchlichen Existenz der kapitalistischen Ordnung, also der Widersprüche zwischen den Staaten und Völkern, den Herrschenden und den Unterdrückten immer auf der Seite der Arbeiter*innen, Frauen, Jugendlichen, den unterdrückten Nationen, den Lgbtiq+, sowie den unterdrückten Konfessionen und Glaubensrichtungen.

Die nächste Aufgabe: Konzept realisieren

Auch 18 Jahre nach der ersten Ausgabe haben wir Probleme, die darauf warten, gelöst zu werden. Diese Probleme sind nicht die Probleme einzelner Genoss*innen, sondern Probleme unserer kollektiven Existenz. Das heißt Probleme sind nur Probleme, wenn wir sie als Probleme definieren. Als Redaktion der Jugendzeitschrift messen wir unsere Arbeit und die Ergebnisse der Zeitschrift an den Zielen und Ansprüchen, die der Zeitschrift das Recht auf Existenz gibt.

Die Zeitschrift ist kein Selbstzweck und angefangen von den sozialistischen Jugendlichen müssen alle Leser*innen und Aktivist*innen die Zeitschrift als ein Mittel zur Mobilisierung und Politisierung von Jugendmassen genutzt werden. Denn eins muss ständig im Hinterkopf gehalten werden: Der Erfolg einer Zeitschrift misst sich nach der Anzahl, wie viel sie verteilt wird. Es geht hierbei nicht um die Finanzierung der Zeitschrift. Vielmehr ist das Problem der Verteilung und jene Definition des Erfolgs eine Frage des politischen Jugendkampfes.

Im Grunde genommen sind die Probleme, die wir heute haben, die historischen und strukturellen Probleme der Zeitschrift seit 18 Jahren: „Wir sind kein kapitalistischer Betrieb, wo der Chef das Sagen hat und den Profit einstreicht und die anderen nur malochen und dann nach Hause gehen. Wir arbeiten gleichberechtigt zusammen und die Gedanken und Vorschläge von jedem Einzelnen sind uns wichtig. Das heißt auch, dass jeder sich Verantwortlich fühlen sollte für unsere gemeinsame Sache. Zum Beispiel ist es nicht nur die Aufgabe der Redaktion, Themen für Artikel auszuwählen; Vorschläge sind jederzeit willkommen und wichtig, um die Vielfalt und Aktualität zu garantieren.“ (Probleme sind da, um gelöst zu werden)

Die Zeitschrift finanziert sich selbst. Eigentlich tut sie das gerade nicht. Aber sie hat keine anderen Quellen zur Finanzierung als die Einnahmen. Jede Ortsgruppe und jede*r Leser*in sollte sich erstmal die Frage stellen, welchen Wert die Zeitschrift für ihn/sie hat. Danach sollte die jede*r ein Plan machen mit Zielen, wie viele man verkaufen will.

Um die Zeitschrift ansprechender zu gestalten, haben wir das Layout geändert und es ist offensichtlich, dass wir in der Hinsicht große Entwicklungen geschaffen haben. Auch wird besonders auf die Aktualität der Artikel geachtet.

Wir können sagen, dass unser Konzept heute teilweise realisiert wird. Young Struggle wird lediglich von Jugendlichen rausgebracht – aber vor allem von sozialistischen Jugendlichen. Die nächste Aufgabe ist es, Young Struggle zum Sprachrohr und Mittel zur Mobilisierung breiter Jugendmassen zu machen.

Dafür müssen wir Kontinuität schaffen. Wenn wir eine Zweimonatszeitschrift haben, dann muss sie auch alle zwei Monate an einem bestimmten Tag gedruckt und verteilt werden. Danach können auch ein System von Abo’s geschaffen werden. Auch dieses Problem ist nicht nur ein Problem der Redaktion. Wenn immer mehr Jugendliche Aufgaben übernehmen würden, Texte schreiben würden und Initiative zeigen würden, wäre die Zeitschrift nicht nur eine weitere Last auf den Schultern derer, die ohnehin alles machen.

Damit wir unser Konzept vollständig realisieren können: Initiative zeigen, Zeitschrift verteilen und immer mehr Leser*innen und Autor*innen finden!