DEFEND ROJAVA

ROJAVA IST UNSERE ZEIT DER KIRSCHEN

Vor nun mehr als sechs Jahren, am 19.Juli 2012 wurde die Revolution in Rojava in Kobanê ausgerufen. Inmitten der Krise des Mittleren Ostens und dem Umschlag des syrischen Aufstandes in einen reaktionären Bürgerkrieg hat das kurdische Volk den Weg der Selbstbestimmung gewählt. 141 Jahre nach dem Sieg und der Niederlage der Pariser Commune, der Zeit der Kirschen Frankreichs, sind die Kurd*innen aufgestanden und haben eine neue Epoche, die Zeit der Kirschen der Völker des Mittleren Ostens ausgerufen.

Diese Revolution bedeutete die Freiheit der Kurd*innen vom kolonialistischen Terror des syrischen Regimes, die Freiheit der unterdrückten Völker vom Joch der imperialistischen Interessen, die Freiheit der Frau von der patriarchalen Gesellschaftsformation, die Zukunft für die Jugend weit weg von Perspektiv- und Zukunftslosigkeit.

Die Revolution entwickelte sich zu der Speerspitze und zu einem Beispiel der revolutionären Lösung der Krise des Mittleren Ostens und zu einem der Stützpunkte der Weltrevolution.

WIR HABEN ROJAVA GEMEINSAM VERTEIDIGT UND AUFGEBAUT

Aus diesem Grund war es nicht nur die historische Mission der Kurd*innen, die Revolution zu verteidigen. Junge Revolutionär*innen aus allen Teilen der Erde haben sich auf den Weg gemacht, um die Revolution gegen kolonialistischen Terror und gegen den sogenannten Islamischen Staat zu verteidigen.

Von Anfang an war Rojava ein Dorn im Auge der Kolonialisten. Der türkische Staat an der Spitze der kolonialistischen Einheit hat erst einmal durch den IS, dann durch die „Rebellen“ und zuletzt in Efrin auf direktem Weg durch die eigene Armee einen Angriffskrieg gegen Rojava geführt.

Obwohl Ende 2014 Erdogan den angeblichen Sieg des IS in Kobanê mit den Worten „Kobanê ist gefallen, fällt gerade“ feierlich bekannt gab, haben die Verteidiger*innen der Revolution Kobanê heldenhaft verteidigt. Ivana Hoffmann hatte sich in diesem Zeitraum nach Kobanê begeben, um die Revolution als junge Kommunistin zu verteidigen. Auch sie wurde in Til Temir an der Seite von Coskun Ince unsterblich.

Wir waren zu Hunderttausenden in diesen Tagen auch in Europa auf den Straßen. Wir haben Kobanê und Rojava mit praktisch-legitimen Aktionen, Demonstrationen, Artikeln und Vorträgen, mit unzähligen Formen des Widerstandes in die Agenda der Weltpolitik getragen. Wegen uns musste die USA und die Anti-IS-Koalition die YPG und YPJ als regionale Kraft gegen den IS unterstützen. Wir verteidigten Kobanê gemeinsam.

Als es darum ging, Kobanê wieder mit Leben zu füllen, haben wir aus Europa wichtige finanzielle, diplomatische und politische Beiträge geleistet. Jugendliche aus der Türkei und Nordkurdistan unserer Schwersterorganisation Föderation der sozialistischen Jugendvereien (SGDF) wurden Ziel eines Anschlags des IS und sind mit Büchern in ihren Rucksäcken und Spielzeugen für die Kinder in den Händen unsterblich geworden. Auch wir beteiligten uns am Wiederaufbau unter anderem mit der Beteiligung am Aufbau eines Krankenhauses im Rahmen der Kampagne von ICOR.

DEUTSCHLAND IST KRIEGSPARTNER

Als Efrîn Ziel des kolonialistischen Terrors der Diktatur von Erdogan wurde, standen wir wieder auf den Straßen von Deutschland und haben versprochen, dass wir „Efrîn zu Vietnam“ machen. Das Innenministerium und die deutsche Polizei bekämpfte die Solidarität mit Efrîn und die kurdische Befreiungsbewegung im Gesamten auf brutalste Weise. Die Flaggen der YPG und YPJ, alle möglichen Materialien, auf denen Abdullah Öcalan abgebildet sind, wurden verboten. Das Grundrecht der Versammlungsfreiheit wurde den Kurd*innen fast unmöglich gemacht.

In Efrîn haben wir Bilder zu sehen bekommen, auf denen türkische Soldaten mit Überbleibsel von politisch-islamischen Banden auf deutschen Leopard-Panzern stehen und den Wolfsgruß zeigen. Wir haben Bilder zu sehen bekommen, auf denen der Außenminister Deutschlands dem türkischen Kollegen Tee serviert und Bundeskanzlerin Merkel Platz einnimmt auf einem Tron neben dem Sultan in seinem Palast mit tausend Zimmern.

Spätestens seit dem Angriffskrieg in Efrîn sollte die Positionierung des deutschen Staates im Mittleren Osten klar sein: Der deutsche Staat – mit oder ohne Merkel – sind auf der Seite des türkischen Kolonialismus gegen die Revolution in Rojava. Deutschland ist Kriegspartner der Türkei und Feind von Rojava. Dementsprechend ist die Verteidigung der Revolution auch eine Sache des Klassenkampfes in Deutschland. Wir müssen Rojava und unsere Zeit der Kirschen hier in Deutschland verteidigen.

IM GEDENKEN AN IVANA: KOLONIALISTISCHEN ANGRIFF STOPPEN

Spätenstes seit dem Gipfeltreffen in Istanbul von Putin, Merkel, Macron und Erdogan mit der Abschlusserklärung ist klar, dass die Istanbul IV hinter einem möglichen Angriff stehen werden.

Ohne Zweifel ist die Revolution in Gefahr. Den Kolonialisten läuft das Wasser im Mund zusammen, auch wenn Russland nur die Möglichkeit für einen Angriff gegen Rojava auf die Tagesordnung nimmt.

Jetzt ist genau die Zeit, in der wir die Solidarität mit der Verteidigung der Revolution in neuere, kreativere und bleibendere Formen gießen müssen. Jede*r einzelne in Deutschand und Europa muss Rojava als Zeit der Kirschen kennenlernen und die Kriegstreiberei der Bundesregierung mitbekommen.

Seit 6 Jahren stehen wir auf den Straßen, veranstalten Podiumsdiskussionen und organisieren Aktionen. Jetzt geht es noch einmal darum, die Schnürsenkel fest zu zubinden, die Uhr auf Revolution zu stellen und die Solidarität und Aktion zu vergrößern.

Gründet Plattformen und Komitees zur Verteidigung der Revolution, die diese Zeit mit Vorbereitung und Aktion begrüßen und den kolonialistischen Angriff zu einem Anlass machen, Rojava zu verbreiten und dem Faschismus und Imperialismus einen tiefen Schlag zu versetzen.

Wir werden Rojava verteidigen! Em şoreşê xwe biparêzin!

Young Struggle

09.12.2018