Gedenken in Kiel, Mannheim, Köln und Duisburg

In Kiel, Mannheim, Köln und Duisburg haben junge KommunistInnen den Gefallenen der Revolution gedacht. Nach einem kurzen Film über das Leben der Gefallenen wurde eine Rede gehalten im Namen der jungen KommunistInnen.

Wir veröffentlichen die Rede ungekürzt, die uns per Mail erreicht hat.

Auf den Spuren von Erkut, mit dem Lächeln von Sarya und der Wut von Bercem und Ekin laufen wir zum Sieg!

Liebe Genossinen und Genossen,

Wir haben den Monat November hinter uns gelassen. November ist der Monat der Gefallenen. Es ist der Monat der Veränderungen. Während wir den November hinter uns lassen, sind wir hier zusammen gekommen, um unsere im Dezember gefallenen Genossinnen und Genossen zu gedenken.

Angefangen von den Massakern an unseren Völkern im Dezember:

Im Rahmen des Maras Massakers, den unser alevitisches Volk durchleiden musste,

den Operationen und Massakern die am 19. Dezember vielen gefangenen Revolutionären das Leben kostete,

dem Roboski Massaker, bei dem unzählige arme kurdische Kinder ums Leben kamen,

dem 12. Dezember, an dem unsere GenossInnen Erkut Direkci und Sibel Bulut gefallen sind,

und dem 22. Dezember, an dem Sirin Öter und Yeliz Erbay bis zur letzten Kugel Schulter an Schulter Widerstand geleistet haben, wollen wir noch einmal allen Gefallenen der Revolution und der Freiheit gedenken.

In dem wir in ihre Fußstapfen treten, werden wir den Faschismus, die Ausbeutung und den Kapitalismus besiegen.

Es ist schwer Gefallenen zu gedenken, jedoch ist es umso schwieriger, sie zu leben.

Erkut ist ein Jugendkader. Er ist umgeben vom Feuer der Einheitsrevolution der KommunistInnen. 1996 wurden die Gefängnisse von Todesfasten erschüttert, und in der Zeit war auch Erkut inhaftiert. Er war einer derjenigen, die den Widerstand mit einem unbefristeten Hungerstreik begrüßten. In dieser Zeit wird bei ihm Krebs diagnostiziert. Die Folterer der faschistischen Diktatur hinderten seine Behandlung. Als er aus dem Gefängnis kommt, muss er ins Ausland gehen, um behandelt zu werden, aber zu dem Zeitpunkt ist seine Krankheit bereits zu weit fortgeschritten. Am 12. Dezember 1997 wurde er in Europa unsterblich. Er geht als Prototyp junger KommunistInnen in die Geschichte ein.

18 Jahre später ist Sibel Bulut bei der Schlacht um Kobane unsterblich geworden. Nach dem Sarya in vielen Bereichen kommunistische Aufgaben übernommen hatte, umgibt sie der Drang die Revolution in Rojava zu verteidigen und ein Teil des Kobane Widerstandes zu werden. Der Satz von Che “Die Aufgabe eines Revolutionärs ist es, Revolution zu machen” fand in Sarya wieder neues Leben.

Heute ist der 22. Dezember. Die Genossinnen Bercem und Ekin sind heute vor 3 Jahren unsterblich geworden. Bercem hat sich genau wie wir als junge Kommunistin organisiert. Nach dem sie jahrelang im Untergrund gearbeitet hat sie beschlossen, sich der Freiheit der Berge zu widmen und hat sich zu einer Kommandantin der Revolution entwickelt. Als Teil der revolutionären Morgenröte war sie eine der Begründerinnen des Willens der Frauen. Auch Genossin Ekin marschierte als entschlossene, unnachgiebige kommunistische Frau in die Unsterblichkeit.

Genossinnen und Genossen!

Eigentlich sind alle diese GenossInnen, vor allem für uns junge Kommunistinnen und Kommunisten revolutionäre Prototypen. Jeder Jugendliche sollte sich als Ziel setzen, so zu werden wie sie. So wie sie zu sein heißt nicht unsterblich zu werden. Es bedeutet wie sie zu leben, wie sie zu lachen und wie sie den Kampf und die Revolution aus tiefstem Herzen zu lieben.

Lasst uns die Bilder der Genossinnen und Genossen anschauen. Das vertaute Lächeln von ihnen ist wie ein Aufruf: Erkämpf dir dein Recht auf Glück! Egal was passiert, das ist dein wertvollstes Recht.

Genosse Erkut hat sich hier in Europa nicht seiner Krankheit ergeben. Obwohl sich sein Gesundheitszustand mit jedem Tag verschlechtert hat, hat er sich klar als Kommunist positioniert und ist hier zum Beispiel revolutionärer Werktätigkeit und Vorreiter der kommunistischen Jugendlichen geworden. Er hat bei jedem, den er kennengelernt hat, einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Sein Name lebt weiter in den Namen Neugeborenen oder auch in unseren Jugendcamps. Und vor allem lebt er in der Kontinuität unseres kommunistischen Jugendkampfs.

Ja, ich muss wie Erkut sein! Ich muss wie Sarya sein! Ich muss Bercem sein! Ich muss Ekin sein!

So wie sie muss ich mein Recht auf Glück erkämpfen, und ich muss mit Entschlossenheit und ungezügelter Wut denjenigen gegenübertreten, die mir dieses Recht wegnehmen.

Wie Erkut zu sein bedeutet schlicht zu sein, es bedeutet revolutionärer Optimismus. Es bedeutet sich nicht Niederlagen oder Nachteilen hinzugeben, es bedeutet trotz allem nach vorne zu schauen. Es bedeutet Beharrlichkeit.

Wie Erkut zu sein bedeutet, sich trotz allen Bemühungen des Kapitalismus, uns mit tausenden Strängen an die Ordnung fest zu binden, zu entreißen und mit der Führung des revolutionären Bruchs die eigene revolutionäre Individualität zu vervollständigen.

Stürme jederzeit auf die gegebene Situation: Das war der Aufruf von Sarya an uns. Sowohl auf uns selbst, als auch auf die Realität. Und merke dir immer: Unsere Aufgabe ist es, Revolution zu machen. Alles andere wird schon kommen. Tu alles in deiner Hand stehende, um das zu verändern, was Veränderung verdient. Somit wird sich schließlich immer ein Weg finden.

Wie Bercem und Sirin zu sein: Ihr Aufruf richtet sich vor allem an junge Frauen. Lehne die patriarchalen Geschlechterrollen ab und erfinde dich neu als freie Frau. Lauf in das Zentrum der Politik und des Lebens. Nimm deine Freiheit, die deiner Schwestern, die der Unterdrückten mit Steinen, mit Knüppeln, mit Waffen oder mit einem Stift in die Hand. Kämpfe, werde militant, werde zur Anführerin, werde zur Kommandantin. Egal was passiert, verteidige deine Freiheit.

Die faschistische Diktatur macht sich bereit auf einen Angriffskrieg gegen Rojava. Jeden Tag werden Gefangene, ArbeiterInnen, Frauen und SchülerInnen Zeugen von sich immer verstärkenden Angriffen. Unsere Völker werden ermordet, Revolutionäre werden festgenommen und durch Isolierungen gefoltert.

Hier in Deutschland unterstützt Merkel den Angriffskrieg, baut die faschistischen Bewegungen weiter aus. Durch die Polizeigesetze greift sie uns immer weiter an. Sie kriminalisiert uns, versucht die Legitimität unseres Kampfes zu nichte zu machen.

Unsere Gefallenen sind der Stolz unseres Kampfes und unserer Geschichte und wir sind der Stolz der Unterdrückten, der ArbeiterInnen und Völker.

Jetzt ist genau die Zeit, um wie Erkut, wie Sarya, wie Bercem und Ekin zu sein. Es ist Zeit, sich an sie zu erinnern, von ihrem Leben zu lernen und sie als unsere Vorbilder zu nehmen.

Das ist unser Versprechen an unsere Massen: Wir werden uns für die Massaker im Monat Dezember rächen!

Egal ob in Europa, in der Türkei oder in Kurdistan; Als Teil der Generation der Siege sagen wir: Auf den Spuren von Erkut, mit dem Lächeln von Sarya und der Wut von Bercem und Ekin laufen wir zum Sieg!

Erkut lebt, weil Berge niemals sterben!
Sarya lebt, weil die Revolution niemals aufhört!
Ekin lebt, weil die Hoffnung niemals stirbt!
Bercem lebt, weil wir da sind!“

Gedenken in Kiel