Selbstverständnis

Von Griechenland bis Spanien und Frankreich, von Westkurdistan bis Mexiko stehen die Jugendlichen wieder auf den Straßen gegen Imperialismus, Krieg, Faschismus und Kapitalismus. Wir als sozialistische Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, die in verschiedenen Ländern Europas leben, organisieren uns gegen Unterdrückung und Ausbeutung, für Freiheit und Sozialismus.
Unsere Stimme richtet sich gegen jene herrschende Minderheit, die aus dem Leid der Mehrheit der Menschen Profit schlägt, die die Herrschaft des Menschen über den Menschen aufrechterhält.

Wir wollen Veränderung!

Wir organisieren uns in verschiedenen Bereichen unseres Lebens und des politischen Kampfes, sei es in der Bildungsbewegung, bei Streiks oder im Kampf gegen den Faschismus mit dem Bewusstsein, Teil der gesellschaftlichen Kämpfe für die Befreiung des Menschen zu sein. Unser Ziel ist es, die Massen für diese Veränderungen zu gewinnen und die Jugend auf die anstehenden Kämpfe vorzubereiten. In den Städten, in denen wir organisiert sind, arbeiten wir in verschiedenen Arbeitsbereichen, um gegen das kapitalistische System als Ganzes zu kämpfen. Dazu gehört sowohl die Organisierung gegen Mieterhöhungen in den Stadtteilen, als auch der Widerstand gegen die Ausbeutung und Zerstörung der Natur, wodurch die Lebensgrundlagen unserer und nachfolgender Generationen gefährdet werden. Wir sind uns bewusst, dass die kapitalistische Ordnung keinem eine sichere Zukunft bietet.

Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker

Obwohl wir nicht dieselbe Muttersprache sprechen, aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt kommen und die verschiedensten Geschichten haben, so haben wir eins gemeinsam: Wir werden unterdrückt und der Kapitalismus hat uns nichts zu bieten. In grenzüberschreitender Solidarität, stehen wir hinter den fortschrittlichen, revolutionären und antikapitalistischen Bewegungen weltweit. Den aktuellen und vergangenen Befreiungskämpfen, Jugendbewegungen und sozialen Kämpfen messen wir hohen Wert bei und bemühen uns stets um internationalen Austausch der Erfahrungen und Sensibilisierung zu schaffen, versuchen aus weltweiten Kämpfen Lehren zu ziehen und Solidarität auf die Straßen zu tragen.
Die Revolution in Westkurdistan (Rojava) entwickelte sich inmitten eines schmutzigen Kriegs im Mittleren Osten heraus und wurde zur Hoffnung der Unterdrückten. Die Rojava-Revolution zeigt auch uns Jugendlichen in Europa, das eine andere Welt möglich ist. Aus diesem Grund entschlossen sich internationalistische Antifaschisten wie Kevin Jochim, Ashley Johnson und ein Mitglied unserer Jugendorganisation, die junge Sozialistin Ivana Hoffmann, die Revolution mit ihrem Leben zu verteidigen. Wir gedenken diesen Helden der Revolution und versprechen ihnen, die ganze Welt vom Joch der Unterdrückung und Ausbeutung zu befreien.

Solidarität mit den Geflüchteten; Kampf dem Faschismus

In diesem System werden uns tagtäglich über die Medien, durch die Schule, den Sportverein usw. künstliche Grenzen vermittelt, um uns zu spalten. Rassismus und Diskriminierung ziehen sich in unsere Gesellschaft wie Mauern um uns herum. Ausgrenzung und Diskriminierung von MigrantInnen und Flüchtlingen, Islamophobie, Hetze gegen Sinti und Roma, Homophobie sind nur wenige Beispiele davon, wie auch die Errichtung der “Festung Europa”, die an den Grenzen Europas durch Institutionen wie Frontex Flüchtlinge auf offener See in den Tod treiben. Wir wollen diese Grenzen einreißen und gemeinsam gegen jede Form von Diskriminierung auf allen Ebenen kämpfen.

Die Zusammenhänge zwischen dem Staat und faschistischen Strukturen sind uns nicht erst seit der NSU bewusst, die in Deutschland über Jahre hinweg mordend und „unentdeckt“ mit Verbindungen zum Staat im Untergrund lebten. Für uns ist der Antifaschismus natürlicher Bestandteil des Kampfes gegen den Kapitalismus und wir wissen, dass der Faschismus ein Mittel des Kapitalismus ist, um die Menschen für ihre Interessen zu manipulieren. Dagegen organisieren wir uns heute und kämpfen gegen Nazis, genauso wie gegen den Kapitalismus, der die Grundlage für den Faschismus schafft.

Antirepressionsarbeit

In unserem Kampf gegen das System ist die Konfrontation mit dem Staat und dem Kapital unausweichlich. In dieser Konfrontation stehen wir einem Staatsapparat gegenüber, der voll ausgerüstet ist mit allen Mitteln uns aufzuhalten, unseren Widerstand zu brechen, unsere Arbeit zu schwächen und unsere politische Identität auszulöschen versucht. Durch Gefängnis- und Bewährungsstrafen, Geldbußen usw. soll unsere Aktionsfähigkeit und unser Wille geschwächt werden. Hinzu kommen tägliche Überwachungsmaßnahmen und Schikanen, die uns einschüchtern sollen. In den Knästen der kapitalistischen Ordnung wird versucht politische Gefangene hinter Mauern zum Schweigen zu bringen und sie vor die Wahl zu stellen: Freiheit oder politische Überzeugung.
Diesen staatlichen Repressionen setzen wir unsere Solidarität, Aufklärungsarbeit und organisierte Gegenwehr entgegen.

Junge Frauen in den organisierten Widerstand!

Als junge Frauen sehen wir unsere Organisierung als notwendigen Schritt für unsere Freiheit, denn die Unterdrückung der Frau hat viele Facetten und spiegelt sich in allen Bereichen unseres Lebens wieder. Sei es der alltägliche Sexismus, Erniedrigungen und Gewalt an Frauen, ungleiche Chancen und Löhne: wir sind voller Wut gegen das System, in dem wir Menschen Zweiter Klasse sind. Es gilt für uns die patriarchalen Verhältnisse aufzubrechen und dies ist für uns untrennbar mit dem Klassenkampf verbunden. Das heißt aber nicht, dass wir mit der Frauenbefreiung bis nach der sozialistischen Revolution warten. Patriarchale Herangehensweisen, Verhaltensmuster und Denkweisen sind tief verwurzelt in unserem Leben. Deswegen wollen wir bereits heute ein Bewusstsein für unsere Befreiung schaffen. Wir wollen die Massen der jungen Frauen für den Kampf um ein selbstbestimmtes, freies Leben gewinnen. In dem wir freie, junge Frauen organisieren, wollen wir gleichzeitig junge Kämpferinnen in allen Bereichen der politischen Arbeit fördern. Wir nehmen die uns zugeschriebenen Rollen nicht mehr hin und wissen, dass unsere Organisierung unabdingbare Notwendigkeit für den Erfolg jeder Revolution ist.

Revolutionäre Kultur

Isolation, Entfremdung, Vereinsamung… Wir haben das zu glauben, das zu fühlen, das zu denken, was das System von uns erwartet. In dem Glauben frei zu sein und sich selbst zu verwirklichen werden uns von klein auf Werte vermittelt, die Egoismus und Habgier aufzwingen und zur Normalität werden lassen.
Konsum wird in den Mittelpunkt unseres Lebens gestellt. Durch Individualismus wird uns vermittelt, nur für uns selbst zu stehen und rücksichtslos an unseren eigenen Vorteil zu denken.
Die Fähigkeit zu hinterfragen wird dadurch geschwächt, indem uns vermittelt wird, dass die Widersprüche in unserer Gesellschaft „normal“ sind und es keine Alternative gäbe.
Gegen diese Kultur des Vereinzelung und der kritiklosen Hinnahme stellen wir unseren Kollektivismus und unsere revolutionäre Kultur.
Wir kämpfen für eine neue Gesellschaft und in dieser Gesellschaft wird der neue Mensch leben, der nicht durch die bürgerlichen Moralvorstellungen, Werte und Vorstellungen beeinflusst ist. Auch wenn wir wissen, dass es unmöglich für uns ist, nicht von diesem System beeinflusst zu werden, so kämpfen wir schon heute auch uns selbst zu entwickeln und zu erneuern. Durch Kritik und Hinterfragung unserer eigenen Praxis und Vorgehensweise, bekämpfen wir schon heute unsere Schwächen und patriarchalen Vorstellungen.
Die revolutionäre Kultur ist für uns ein wichtiges Mittel der Genossenschaftlichkeit, Werte wie Freiheit und Gerechtigkeitsgefühl aufleben zu lassen. Hierfür zählen sowohl Gedenkveranstaltungen zu Ehren all jener, die für eine bessere Welt gekämpft und ihr Leben gelassen haben, als auch revolutionäre Romantik, mit der wir uns gegenseitig stärken und entwickeln.

Jugend im Antiimperialismus

Wir haben in den verschiedensten gesellschaftlichen Kämpfen der Geschichte gesehen und sehen es heute wie in Griechenland oder dem arabischen Frühling, dass die Jugend eine wichtige militante Rolle spielt und eine entscheidende dynamische Kraft zur Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse ist. Diese besondere Bedeutung der Jugend findet sich im Antiimperialismus wieder, der eine Grundlage unserer Arbeit ist.
In diesem Zusammenhang legen wir viel Wert auf Aufklärungsarbeit und breite Mobilisierungen gegen G7 und NATO-Gipfel, um militant und entschlossen gegen die Herrschenden dieser Welt einzustehen, die auf diesen Treffen hinter verschlossenen Türen über das Schicksal der Unterdrückten verhandeln.
Wir organisieren uns gegen imperialistische Kriege und Angriffe, versuchen ein antimilitaristisches Bewusstsein in der Gesellschaft zu schaffen. Direkte Aktionen gegen Raubzüge der imperialistischen Mächte und Bildungsarbeiten stehen auf unserer Tagesordnung.

Die Zukunftslosigkeit vereint uns;

organisieren wir uns und unsere Zukunft

Wir, revolutionäre Jugendliche in Young Struggle, glauben an eine bessere Zukunft, die Jugendlichen eine Perspektive bietet und jedem die gleichen Chancen. Eine Zukunft, in der wir uns selbst verwirklichen können, in der wir nicht nach unserer ökonomischen Verwertbarkeit ausgenutzt werden, sondern in der unsere Fähigkeiten gefördert, Talente entdeckt und unsere Interessen erweckt werden. Eine Zukunft, die nicht geprägt ist von Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, Ignoranz, Hass; in der wir Opfer eines Systems sind, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Menschen zu verachten und zu unterdrücken. Eine Zukunft in der wir am Glück des Anderen teilhaben, in der wir solidarisch miteinander leben und für Gerechtigkeit und Menschlichkeit einstehen.
Eine Zukunft, in der Bildung und Wissenschaft für alle zugänglich ist und für die Interessen aller Menschen entwickelt werden.
Wir sehen die Notwendigkeit, uns gegen den Kapitalismus zu organisieren für eine neue Gesellschaft, damit die Bedürfnisse des Menschen im Vordergrund stehen und nicht der Zwang zur Profitsteigerung und die Profitgier einiger Weniger unser Leben bestimmt.

Eine Zukunft, in der wir ein selbstbestimmtes, würdevolles und freies Leben führen – eine klassenlose Gesellschaft!
Ohne die Überwindung des Kapitalismus gibt es keine lebenswerte Zukunft;
Organisieren wir uns in Young Struggle und gewinnen unsere Zukunft!