#StayAtHome in your inhumane refugee camps

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Neben Corona gibt es noch andere wichtige Themen, über die aktuell leider sehr wenig berichtet wird. Auf der ganzen Welt sind Millionen von Menschen auf der Flucht und leben in menschenunwürdigen Geflüchtetencamps. Eines dieser Camps ist Kutupalong im südöstlichen Bangladesch an der Grenze zu Myanmar. Dort leben circa 640.000 Menschen, die meisten von ihnen Rohingya, die aus Myanmar vertrieben wurden.


Bei den Rohingya handelt es sich größtenteils um sunnitische Muslime, die keinen Anspruch auf die myanmarische Staatsbürgerschaft haben. In ihrem Heimatland drohen ihnen deshalb unter anderem Menschenrechtsverletzungen, sexuelle Übergriffe und Folter. Bereits seit den 60er Jahren werden Muslime in Myanmar systematisch diskriminiert.


In dem Land herrschte lange Zeit eine Militärdiktatur und auch jetzt, mit einer zivilen Regierung, hat das Militär immer noch erheblichen Einfluss. So wurde die Ausgrenzung erst möglich gemacht.


In Myanmar gibt es viele verschiedene Kulturen und Sprachen, das Land ist deshalb föderalistisch aufgeteilt. Andere Religionsgruppen sind als offizielle ethnische Gruppen anerkannt und haben deshalb ein Recht auf die myanmarische Staatsbürgerschaft.


In diesem Camp gibt es, wie in den meisten Camps, keinen Zugang zu Trinkwasser, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung oder gar Bildung. Es leben viele Kinder dort, deren Zukunft seit Jahren zerstört wird. Ein Großteil der dort lebenden Menschen ist unterernährt und sexuellen Gewaltübergriffen und Angriffen ausgesetzt. Hilfsorganisationen wird nur selten erlaubt, dort einzugreifen und medizinische Notfälle zu behandeln. Anderweitig ist es schwierig, Ärzte dort hinzubekommen.


Seit vielen Jahren gibt es dieses Camp und in den letzten Jahren hat sich die Anzahl der dort lebenden Menschen vervielfacht. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist es besonders gefährlich, da die Menschen dort keine Möglichkeit haben, sich von anderen fernzuhalten oder sich in Quarantäne zu begeben. Und dabei ist Corona nicht der einzige Virus, der sich dort ausbreiten könnte. Viele andere Epidemien drohen, jederzeit auszubrechen.


Wir machen uns also Gedanken darüber, dass wir unsere Freunde für ein paar Wochen nur online sehen können, dabei sind es Zeiten wie diese, wo uns erst recht bewusst wird, welche Missstände es auf der Welt gibt.


Wir fordern deswegen, dass dieses Camp sofort evakuiert wird und jedes einzelne Menschenleben gerettet wird!