Z0RA: HERAUS ZUM 1. MAI!

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Wenn von der Arbeiterinnenklasse die Rede ist, kommen oft erst Bilder von Männern mit Arbeitskleidung und ölverschmierten Gesichtern auf. Doch der gesellschaftliche Pandemie-Ausnahmezustand zeigt verstärkt: die Arbeiterinnenklasse ist viel mehr als das! Erzieherinnen und Pädagoginnen, Kassiererinnen, Gesundheits- und Pflegepersonal, Sozialarbeiterinnen, Reinigungspersonal, Erntehelferinnen und Arbeiterinnen in der Lebensmittelproduktion, unbezahlte Hausfrauen, Sexarbeiterinnen und Arbeitslose, um nur ein paar zu nennen – diese Krise soll #NichtAufUnseremRücken ausgetragen werden!

Sorge-Arbeit vergesellschaften! Viele der genannten Berufe gehören zur sogenannten Sorge-Arbeit – dabei werden Menschen versorgt, gepflegt, betreut… Diese Arbeit gilt als selbstverständlich in der Gesellschaft und wird oft nicht gesehen, geschweige denn (gut) bezahlt. Die Arbeiterinnen sind in dem Bereich oft Frauen, trans und inter Personen und auch von
Rassismus betroffen. Sorgearbeit ist absolut notwendig für den Fortbestand der Gesellschaft; noch mehr in Krisenzeiten!

WIR FORDERN:
• Vergesellschaftung und Anerkennung von Sorge-Arbeit!
• Risikozuschläge, geregelte und würdevolle Arbeitszeiten und -bedingungen für alle, auf deren Arbeit die
Gesellschaft angewiesen ist!
• Entschädigungszahlungen an Sexarbeiterinnen und keine Zwangskosten im Zuge ihrer Registrierung!

Schutz vor hauslicher Gewalt!

Durch Ausgangs- und Kontaktsperren, Home Office, verlorenem Job oder Zwangsurlaub sind viele nun zu Hause eingesperrt – das heißt für einige, davon meist Frauen, LGBTI und Kinder/Jugendliche, mehr Zeit mit
Familienanhörigen und Partnerinnen (häufig Männer) verbringen zu müssen, die ihnen (sexualisierte) Gewalt antun.

WIR FORDERN:

• Ausbau von Beratungsstellen, Gewaltschutzzentren und Frauenhäusern! • Leere Hotelzimmer und Leerstand für Schutzsuchende vor Gewalt!

Solidaritat mit Menschen auf der Flucht!

42.000 geflüchtete Menschen sind in den griechischen Auffanglagern ohne sauberes Wasser, Duschen und medizinische Versorgung unter unmenschlichen und lebensgefährlichen Bedingungen auf sich allein gestellt. Die Aufnahme Deutschlands von 50 minderjährigen, unbegleiteten Geflüchteten ist purer Hohn. Gleichzeitig lässt Deutschland 80.000 ausländische Saisonarbeiterinnen für sich schuften. Schluss mit dieser rassistischen Heuchelei!

WIR FORDERN:
• Evakuierung und sichere, dezentrale Unterbringung von Menschen auf der Flucht
• Bis zur Evakuierung: Stärkung der sozialen und technischen Infrastruktur der Camps zum SOFORTIGEN Schutz und Grundversorgung der Menschen!
• Humanitäre und finanzielle Unterstützung der besonders betroffenen Gebiete, insbesondere Griechenland!
• Leere Hotelzimmer und Leerstand für Menschen auf der Flucht und wohnungslose Menschen!
• Notwendige Schutz- und Hygienemaßnahmen und Zugang zu medizinischer Versorgung und gesunder Nahrung in Geflüchtetenlagern!


Schwangerschaftsabbruche auch in Krisenzeiten!

Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen noch gefährdeter als sonst:
weniger Pflichtberatungen können durchgeführt werden und es gibt längere Wartezeiten, weil Beratungsstellen eingeschränkter oder gar nicht mehr geöffnet haben. Schwangerschaftsabbrüche werden ggf. von
Krankenhäusern nicht als notwendige Eingriffe angesehen und im Zuge von Einschränkungen und Arbeitsreduzierungen nicht durchgeführt. Ausgangssperren und reduzierte Transportmöglichkeiten erschweren
den Zugang zu Kliniken und Praxen.

WIR FORDERN:

• Weg mit §218 und §219 StGB!
• Ermöglichung von Video- und Telefonberatung für die verpflichtete
Schwangerschaftskonfliktberatung!
• Anerkennung von Schwangerschaftsabbrüchen als notwendige medizinische Leistung!
• Steigerung des Angebotes für Schwangerschaftsabbrüche durch niedergelassene Ärzt*innen!

Kapitalismus zerschlagen!
Mit dem COVID19-Krankenhausentlastungsgesetz‘ sollen mit ca. 10 Milliarden Euro die wirtschaftlichen
Folgen für Krankenhäuser und Vertragsärzte aufgefangen werden. Dem steht ein 600 Milliarden schwerer Rettungsschirm
für Unternehmen gegenüber. Das Geld reicht für die Krankenhausentlastung bei weitem nicht aus und stärkt vor allem führende Klinikkonzerne (z.B. Fresenius). Seit Jahrzehnten wird unser Gesundheitssystem kommerzialisiert und privatisiert, die Folge ist eine maßlose Überlastung des Personals zu unfairer Bezahlung.
Nachdem es schon jahrelang einen Mangel an Pflegekräften gab, wird den unterbezahlten Arbeiterinnen dort jetzt ein 12-Stunden-Tag und eine 60-Stunden-Woche aufgezwungen. Es ist klar, für Kapitalistinnen gilt: Profite vor Gesundheit. Die Mittel, uns dagegen zu wehren, werden uns auch
noch genommen, indem alle politischen Demonstrationen und Aktionen verboten und kriminalisiert werden. Die Pandemie wird schamlos als Vorwand genutzt, um Grundrechte einzuschränken. Schluss damit!

WIR FORDERN:
• Voller Lohnausgleich bei Sonderurlaub oder Arbeitsausfall!
• Kein Arbeitszwang und keine Abschaffung des 8-Stunden-Tags – auch nicht in Krisenzeiten!
• Schließung aller nicht gesellschaftlich notwendigen Betriebe!
• Wahrung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutz, Wahrung der Versammlungs- und Meinungsfreiheit!
• Finanzierung durch Enteignung der Krisengewinner und Einführung einer Reichensteuer!

Ein paar Ideen, wie Ihr aktiv werden konnt:
• Hausarbeits-Streik: Lasst jeden Staubsauger, jeden Topf und jeden Lappen stehen, damit nicht vergessen wird, was für eine Arbeit wir jeden Tag damit erledigen! #WirStreikenZuhause !
Stattdessen:
• Tragt Rot – Ob Schals, T-Shirts, Mundschutz, Tasche oder Stoff aus den Fenstern!
• Mit Kreide Parolen auf die Straßen und vor die Betriebe und staatliche Institutionen schreiben
• Transparente und Plakate aus den Fenstern und in den Stadtteilen
• Demo mit Papp-Menschen / Schaufensterpuppen
• Politische Spaziergänge / Einkaufsschlangen vor Geschäften mit notwendigem Mindestabstand und Vorsichtsmaßnahmen, um unseren Forderungen bspw. mit Schildern Ausdruck zu verleihen
• In Krankenhäusern / Betrieben: Tragt Anstecker oder Ähnliches mit der Aufschrift “Nicht auf unserem
Rücken” und/oder macht eine Foto-Aktion in Eurer Mittagspause
• Nach dem Vorbild lateinamerikanischer Länder, Kataloniens oder Italiens statt des abendlichen Klatschens um 21 Uhr einen „Cacerolazo“ machen: eine Protestaktion, bei der laut auf Töpfe geschlagen wird
• Alle Aktionen online stellen mit dem Hashtag #NichtAufUnseremRücken und #UnteilbarSolidarisch!

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