YS Aktionen zum 1.Mai 2020

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Bericht aus Hamburg:

Um 10:00Uhr gab es eine Kundgebung in der Nähe des Hauptbahnhofs. Internationale und deutsche Organisationen und Parteien waren anwesend. Es fiel auf, dass die Kundgebung nur von älteren Generationen geprägt war, Young Struggle Aktivistinnen waren die einzige Ausnahme.

Um 12:00Uhr an der U-Bahn-Station Feldstraße nahmen wir uns zum ersten Mal an diesem Tag die Straße. Zusammen mit ca. 100 bis 120 anderen revolutionären Kräften konnten wir Redebeiträge bei einer angemeldeten Kundgebung durchführen. Nach 15 Minuten kesselte die Polizei die Demo und ihre Unterstützerinnen ein. Die zahlenmäßig weit überlegene Polizei drohte mit einem Einsatz des Wasserwerfers, die Veranstaltungen aufzulösen. Da wir von Polizistinnen umringt waren und es nicht auf eine unfaire Konfrontation hinauslaufen lassen wollten, wurde entschieden sich zurückzuziehen. Zum Ende sangen wir »Die Internationale«.

Um 20:00Uhr begann die Revolutionäre 1. Mai Demonstration auf der Reeperbahn. Der Rote Aufbau versuchte die Veranstaltung vergebens genehmigen zu lassen. Daraufhin legten die Aktivistinnen Klage ein: Im Einzelhandel seien schließlich Menschenansammlungen auf 800 Quadratmetern erlaubt. Bei 83 Reihen mit jeweils drei Demonstrantinnen, die zueinander jeweils zwei Meter Abstand hielten, komme die Demo lediglich auf 664 Quadratmeter. Doch das Verwaltungsgericht folgte der logischen Rechnung nicht und bestätigte noch am Donnerstagabend das Verbot. Mit Demonstrationen lässt sich kein Profit machen, mit Geschäften schon. Die Irrationalität des Kapitalismus wird in Pandemie-Zeiten ganz deutlich. Außer den ca.1500 Teilnehmerinnen waren auch unzählige Polizistinnen, mindestens 2 Dutzend Wasserwerfer und ein Räumungspanzer anwesend, welche sich über die gesamte Reeperbahn verteilten, wir ließen Parolen und Gesängen durch die Straßen hallen. Die Stimmung wurde zunehmend angespannter. Die linken Kräfte wurden so zusammengetrieben und umzingelt, dass die Einhaltung der gesundheitlichen Schutzmaßnahme unmöglich einzuhalten waren. Die Anweisungen der Polizei waren irreführend und teilweise unmöglich zu befolgen. Vereinzelt sollen von Teilnehmerinnen wohl provisorische Straßenbarrikaden errichtet worden sein, um sich von der Jagd der Polizei durch die Nebenstraßen zu schützen. Bei einer unserer Aktivistinnen wurde seitens der Polizei auf bewusste Provokation gesetzt. Trotz des aggressiven Auftretens der Polizei an dem Tag konnten wir über lange Zeit Widerstand leisten und uns die Straßen an diesem außergewöhnlichen 1. Mai nehmen!

Bericht aus Köln

Die Kundgebung, mit dem Motto “Revolutionärer 1.Mai” fand im Rahmen des Bündnisses #UnteilbarSolidarisch statt, welches sich einige Wochen vorher gegründet hatte. Schon einige Tage vorher gab es Mobilisierung zum 1.Mai. so wurden in Kalk mehrere Banner und Graffiti gefunden, die zum 1.Mai aufriefen. Am 1. Mai selbst wurden 20 Kundgebungen in Köln abgehalten, von denen eine von Young Struggle, Zora und AGiF organisiert wurde. Die Versammlung hatte trotz den Auflagen der Polizei eine gute Teilnahme und lautstarken Ausdruck. Von Reden, bis hin zu Halay, wurden die Traditionen des 1. Mai aufrecht erhalten. In den Reden wurden internationale Genoss*Innen gegrüßt, die trotz der Repressionen den 1. Mai auf den Straßen zurück erkämpften. Es gab eine kämpferische Stimmung mit vielen Parolen.

Bericht aus Frankfurt

Schon vor dem ersten Mai haben wir als Young Struggle und Zora mit der Moblisierung für den ersten Mai begonnen, weil der erste Mai als Kampftag der Arbeiterinnen in einer Zeit der Krise, in der es immer mehr Angriffe auf unsere Klasse gibt, schon vorher begann und auch weitergehen muss.

Den ersten Mai begannen wir mit einer Aktion am Höchster Krankenhaus. Vor dem Eingang hingen wir ein Transparent mit dem Slogan “Gesundheit vor Profite! Kapitalismus macht krank – Heraus zu einem kämpferischen 1. Mai!” und verteilten im Umkreis des Krankenhauses Wandzeitungen, in denen auf die heuchlerischen Antworten der bürgerlichen Politik auf die Corona-Krise und den unzumutbaren Zustand des Gesundheitssystems eingegangen wurde: “3 Milliarden Euro werden nun in die Krankenhäuser gesteckt, dagegen 200 Milliarden alleine an direkten Beteiligungen an Konzerne.”

Obwohl in keiner Weise irgendein Mensch in Gefahr gebracht wurde, kam die Polizei auf dem und Personalien aufgenommen. Mittags beteiligten wir uns am Autokorso, zu dem von verschiedenen migrantischen und kommunistischen Organisationen gemeinsam aufgerufen wurde. Der Autokorso bot eine Möglichkeit, keinen Menschen in Infektionsgefahr zu bringen und trotz allem gemeinsam auf den Straßen ein starkes, unübersehbares Zeichen zu setzen. Obwohl nur 40 Autos genehmigt waren, nahmen letztlich über 100 Autos teil. Die Strecke führte durch etliche migrantische und Arbeiterinnenviertel von Höchst über Nied, Griesheim, Gallus und Bockenheim, bis der Autokorso mit einer Kundgebung am Eisernen Steg beendet wurde. Die Aktion erreichte etliche Menschen in verschiedensten Arbeiter*innenvierteln und stoß auf sehr viel Zustimmung; Menschen in den Straßen winkten und klatschten uns zu, während aus Lautsprechern Reden gehalten wurden und die Autos mit politischen Plakaten geschmückt waren.

Bericht aus Mannheim/ Stuttgart

In Mannheim wurde im Rahmen des revolutionären 1. Mais mit verschiedenen Linken und kommunistischen Organisationen und Gruppen auf die Straße aufgerufen. Am Marktplatz wurde eine Kundgebung organisiert, an der sich über 200 Menschen beteiligten. Neben unzähligen Arbeiterliedern, die gemeinsam gesungen wurden, wurden auch verschiedene Reden gehalten, die die Wichtigkeit des 1. Mais und die Errungenschaften der Arbeiter*innenklasse herausstellten.

Bericht aus Basel und Zürich

Basel und Zürich verschiedene Aktionen und Transpis gesehen:
“Corona spaltet, Klassenkampf vereint! Heraus zum 1. Mai!” “Der wirkliche Virus ist der Kapitalismus, Befreiung ist Sozialismus!” Am Kampftag der Arbeiterklasse fanden schweizweit und weltweit verschiedene Aktionen statt. Am legitimen 1. Mai wurden trotz des Virus und der Repression der Polizei die Strassen genommen, mit Einhaltung der Gesundheitsmassnahmen! Die Polzei griff ohne die Distanzmassnahmen einzuhalten Demonstranten an und warf Tränengas direkt gezielt auf die Augen! Sie zwangen die Demonstranten in engen Raum zusammen, das die Einhaltung der Distanz nicht mehr möglich war! Zudem gab es zahlreiche Festnahmen in Zürich!

Bericht aus Berlin

Um 18:00 Uhr begann die durch Twitter angekündigte Versammlung des Revolutionären 1. Mai Berlin (R1MB) auf der Oranienstraße in Kreuzberg. Die Straßen waren gefüllt mit Aktivistinnen und in der Luft war ein Helikopter zu sehen. Young Struggle (YS) war ebenfalls vor Ort. Auf der Oranienstraße waren Parolen zu hören und Transpis und Fahnen zu sehen, aber Kundgebungen gab es keine. Die Polizei war übermäßig präsent und kesselte vereinzelt Mengen auf der Oranienstraße ein und es kam zu kleinen Auseinandersetzungen. Um 18:40 Uhr sollte es dann weiter zum Görlitzer Bahnhof, welcher schnell gefüllt wurde. Der Bahnhof und die Umgebung waren gefüllt mit Polizistinnen. Trotz dessen war es möglich die Masse am Bahnhof zu versammeln. Aggression seitens der Polizei vermehrte sich. Rund um den Görlitzer Park fanden ständig rassistische Polizeikontrollen statt. Menschen wurden aufgrund ihrer Hautfarbe und ihres Aussehens stigmatisiert, schikaniert und kriminalisiert. Die Straßen wurden immer wieder abgeriegelt und die Demonstrant*innen nicht durchgelassen. 19:10 Uhr ging es weiter zur Ohlauerstraße/Reichenbergerstraße und um 19:30 zur Kottbusser Brücke. Immer wieder hallten antirassitische Parolen durch den Kiez und es gab Feuerwerk an der Kottbusser Brücke. Viele der Wege wurden dicht gemacht und die Bewegung wurde erschwert. Um 20:00 sollte es am Mariannenplatz zu einer Endkundgebung und Feuerwerk kommen. Der Mariannenplatz wurde vor dem Eintreten der Massen von allen Seiten abgeriegelt. Im ganzen Kiez war Feuerwerk zu hören und die RM1B Versammlung kam zum Ende. Insgesamt waren mehrere Tausend Menschen im Kiez.

Bericht aus Duisburg

YS Duisburg hat sich mit einer Kunstaktion am 1. Mai beteiligt, bei der wir Menschen aus Pappe gebaut und auf die Straße gebracht haben. Die Pappmenschen, wie auch an verschiedenen Stellen in der Stadt angebrachte Banner, stellen unsere Positionen und Forderungen in dieser Zeit dar: Gegen das Handeln der herrschenden Klasse, welches Arbeiter*innen nicht erst seit der aktuellen Krise benachteiligt und vergisst! Für den Sozialismus; für eine gerechte Gesellschaft!

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