Diese Gefängnisse sind Todeslager!

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Gefängnisproteste in Lateinamerika

Während ein großer Teil der Bevölkerung der Welt solidarisch gegen die Pandemie kämpft, während Befreiungsbewegungen humanitäre Hilfe leisten, während fortschrittliche Staaten wie Kuba internationalistische Hilfsarbeit leisten, instrumentalisieren reaktionäre Staaten das Covid-19 Virus und verwandeln Gefängnisse in Todeslager. In Ländern, in denen aktuell ein revolutionärer Kampf stattfindet, lässt sich beobachten, wie der Staat Mörder, Vergewaltiger usw. unter dem Vorwand der Pandemiebekämpfung auf freien Fuß lässt, während politische Gefangene bewusst eingesperrt bleiben. An Beispielen wie der Türkei und Kolumbien wird deutlich, wie unmenschlich die herrschende Kapitalistenklasse das Virus dafür einsetzt, um revolutionäre Menschen systematisch zu infizieren. Covid-19 innerhalb der Gefängnisbevölkerung zu verbreiten ist ein Todesurteil für die Inhaftierten.

Seit Beginn der weltweiten Krise aufgrund des Coronavirus empfehlen die Vereinten Nationen: “Die Behörden sollten Personen, die besonders anfällig für Covid-19 sind, freilassen. Mehr denn je sollten die Regierungen jetzt zudem alle Gefangenen freilassen, die ohne ausreichende Rechtsgrundlagen inhaftiert sind, einschließlich politischer Gefangener und Personen, die wegen der Äußerung kritischer Ideen oder abweichender Meinungen inhaftiert sind.”

Beispiel Türkei:

Das türkische Justizministerium war gezwungen, etwa 120 Corona-Fälle unter den Gefangenen bekanntzugeben, diese Zahl muss aber weit untertrieben sein! Die Zellen in den türkischen Gefängnissen sind vollkommen überbelegt und den Gefangenen werden nicht einmal die Mittel für die einfachsten hygienischen Vorkehrungen gegen das Coronavirus zur Verfügung gestellt. Hygienemaßnahmen und die Möglichkeit, einen Mindestabstand voneinander zu halten, ist in türkischen Knästen nicht gegeben. Es besteht ein großes Infektionsrisiko in den Gefängnissen. Bei 30 bis 40 Gefangenen in einer Zelle ist garantiert, dass sich die Infektion nicht vermeiden lässt. Ist eine Person infiziert, ist es schon sehr bald die ganze Zelle.

Angesichts der Corona-Pandemie will die Türkei bis zu 90.000 der insgesamt 300.000 Strafgefangenen entlassen: Mörder, Vergewaltiger, Mafiabosse, Drogendealer dürfen gehen, Revolutionärinnen und Oppositionelle bleiben in Haft. Oppositionelle und revolutionäre Gefangene werden praktisch und ganz bewusst dem Tode überlassen. Und nein, es bleiben nicht generell alle politischen Gefangenen in Haft. Personen wie Ugur Kilic, ein führendes Mitglied der rechtsextremen Organisation der «Grauen Wölfe», werden frei gelassen. Ein Militärgericht beschuldigte diesen Mann des Mords an mindestens 41 linken Aktivistinnen. Während Feministinnen zusammen mit dem Virus eingesperrt bleiben, werden Frauenmörder und Vergewaltiger entlassen, während Revolutionärinnen zusammen mit dem Virus eingesperrt bleiben, werden Faschisten entlassen.

Warum handelt der faschistische türkische Staat so?
Zum einen werden damit die Gefängnisse in Todeslager für Revolutionärinnen und Oppositionelle, zum anderen braucht der faschistische türkische Staat die Unterstützung der eigentlich inhaftierten türkischen Nationalisten, denn die werden vom Staat traditionell als Lakaien auf der Straße im Kampf gegen Revolutionärinnen benutzt. Der türkische Präsident Erdogan hängt von dem Support der Rechtsnationalisten mehr denn je ab. Diese Abhängigkeit spiegelt sich auch in der Umsetzung des neuen Amnestiegesetzes wider: Obwohl das Gesetz ausdrücklich die Freilassung von Gefangenen verbietet, welche wegen vorsätzlichen Mordes, Gewalt gegen Frauen, Sexualstraftaten und Drogendelikten einsitzen, werden genau diese einfach entlassen.
Der Kapitalismus, auch der türkische Status Quo, befinden sich in einer existenziellen Krise. Der türkische Staat hat weder die Möglichkeit noch die Kapazitäten die Pandemie und die darauffolgende Wirtschaftskrise zu bewältigen. Vor unserem Auge laufen zurzeit die Vorbereitung für kommende Kämpfe.

Beispiel Kolumbien:

In Kolumbien leben 124.188 Personen in Gefangenschaft.
Das Gefängnis Villavicencio ist ausgelegt für 1.000 Insassen, aktuell befinden sich rund 2.000 inhaftierte in diesem Gefängnis. Aktuell konnte bei mindestens 709 Inhaftierten das Virus nachgewiesen werden. Die Überfüllung der Gefängnisse ist auch der immensen Anzahl an politischen Gefangenen zuzuschreiben.

Politische Gefangene, also Personen, die aufgrund ihrer politischen Einstellung und Taten, wegen politischer Delikte oder der Mitgliedschaft in revolutionären, vom Staat kriminalisierten Organisationen in Haft sind, machen einen großen Teil der Gefängnisbevölkerung aus. In Kolumbien sind das vor allem viele Guerillamitglieder – nicht nur die der FARC-EP und der ELN, sondern auch kleinerer Gruppen. Der Knast ist Bestandteil einer massenhaft angewandten Unterdrückungsstrategie, mit der auch politische und soziale Bewegungen terrorisiert werden.

Seit 1998 bestätigt das Verfassungsgericht Kolumbiens mit seinem Urteil T-153/98, dass “im Gefängnis- und Strafvollzugssystem ein verfassungswidriger Zustand herrscht”.
In Kolumbien gibt es 134 Strafanstalten, die aktuellen Inhaftierten überschreiten die eigentlichen Kapazitäten um 50%. Mindestabstand? Unmöglich. Hygiene?
Den Inhaftierten steht dreimal im Jahr ein Stücke Seife zu. Funktionierendes Gesundheitssystem? Es gibt ganze zwei Pflegekräfte pro 9.000 Gefangene.

Diese und andere Mängel machen die Gefängnisbevölkerung extrem anfällig für COVID-19. Am Samstag, 21. März, organisierten die Insassen in verschiedenen Gefängnissen des Landes einen friedlichen Protest mit der Forderung, dass die Regierung Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 ergreifen soll, in dem sie grundlegende Anforderungen wie Desinfektionsmittel, Gesichtsmasken, Handschuhe und Entlassungen zur Verfügung stelle. Die Kundgebungen und friedlichen Proteste der kolumbianischen Gefängnisbevölkerung am 21. März führten zu einem tragischen Massaker von 23 Toten und 83 Verwundeten, allesamt Gefangene. Beamte, Wärter und Sicherheitspersonal versuchten die Aufstände unter Einsatz von massiver Gewalt und Gebrauch von Schusswaffen einzudämmen. Dabei kam es zu Massenpanik und Ausbruchversuchen. Hier herrscht Krieg. Dieses Ereignis kann aufgrund des unverhältnismäßigen Einsatzes von Gewalt durch die Streitkräfte gegen Insassen als Massaker eingestuft werden.
Währenddessen ist die kolumbianische Regierung sich dieser Tatsachen bewusst und nutzt sie zynisch aus: Präsident Duque hat letzte Woche ein Papier unterzeichnet, das es Mitgliedern bewaffneter Gruppen, einschließlich der revolutionären Befreiungsbewegung ELN, ermöglicht, sich der Justiz zu ergeben und an einem Reintegrationsprogramm teilnehmen zu dürfen. Warum sollte sich ein ELN-Mitglied der Justiz ergeben, um mitten im Ausbruch des Virus im Gefängnissystem des Landes ins Gefängnis gebracht zu werden? Die Unterzeichnung des Papiers von Duque ist nichts als eine zynische Provokation. Laut Medienberichten hat die Regierung am 14. April den Erlass 546 autorisiert, mit dem rund 4.000 Gefangene entlassen werden sollen. Wir können davon ausgehen, dass bei Inkrafttreten dieses Erlasses neben den legitimen Entlassung von Insassen über 60 Jahre, Schwangeren und Müttern mit Kindern unter drei Jahren, natürlich auch wichtige Narcos (Drogenhändler) und Mitglieder von rechten Paramilitärs entlassen werden, während eine große Anzahl von fortschrittlichen politischen Gefangenen dazu verdammt ist, in den virusverseuchten Zellen ums Überleben zu kämpfen. In der “Demokratie” Kolumbiens herrschen das Militär, die Drogenmafia und paramilitärische Gruppen.

Die Todeslager und wir

Das alles klingt sehr weit weg. Das klingt nach bösen, rückschrittlichen Ländern und nach Geschichten, unter die wir einen traurigen Smiley kommentieren und dann weiterscrollen. Aber so einfach ist die Situation auch nicht.
In den Zeiten der Pandemie ist es wichtig, dass unsere Solidarität nicht an den Haustüren der Nachbarinnen, für die wir einkaufen gehen, aufhört. Die Genossinnen stecken vielleicht in anderen Kämpfen, sind an anderen Orten, aber es sind Genossinnen, die für die selben Ziele kämpfen wie wir. Und während wir hier mit Ausgangsbeschränkungen zu kämpfen haben, sind diese Genossinnen wegen ihres Widerstands eingesperrt in Gefängnissen, die Todeslagern gleichen.
Es ist die alte Leier: wenn wir zum Beispiel in die Türkei schauen, läuft in Erdogans Palast wenig ohne das deutsche Geld, ohne die deutschen Waffen, ohne die deutsche Diplomatie. Der Überlebenskampf der Genossinnen in den Gefängnissen sollte uns daran erinnern, dass Internationalismus gerade in den Zeiten von Pandemie und Wirtschaftskrise umso wichtiger ist und nicht einfach vergessen werden sollte, weil es gerade ein bisschen schwieriger wird. Die Kämpfe der Genossinnen sollten uns auch eine Erinnerung sein: wie viele Risiken sind die Genossinnen eingegangen, die am 1. Mai auf den verbotenen Taksim-Platz gestürmt sind, wissend, dass dieser Widerstand sie in die verseuchten Todeslager bringen kann! Die kämpfenden Genossinnen in der Türkei und in Kolumbien wie an so vielen anderen Orten in der Welt sollten uns ein Vorbild und ein Maßstab sein – nicht die Propaganda der kapitalistischen Staaten, die die Arbeiterinnen jeden Tag zur Arbeit schicken, aber uns erzählen, dass Protest zu gefährlich sei. Letztlich ist Solidarität auch hier etwas sehr praktisches: neben den Aktionen, die wir hier organisieren, heißt es in so einer Zeit, Briefe zu schreiben und im Portemmonaie zu kramen. Es stimmt, viele haben gerade finanzielle Probleme, keinen Job mehr, vielleicht auch Kurzarbeit, etc. – aber die Situation der Genossinnen ist nicht nur kritisch, sie ist katastrophal. Während wir ein Problem haben, uns draußen nen Döner zu kaufen, haben die Genoss*innen keine Seife mit Dutzenden Leuten in der selben Zelle. Und jeder Euro ist etliche Lira, Pesos, etc. wert.

Diese Woche ist Aktionswoche von ICAD (International Commitee Against Disappearances) gegen das Verschwindenlassen im Gewahrsam. Nutzt diese Woche, um Solidarität wieder praktisch zu machen!

Zu unserer Solidarität mit Befreiungs-Bewegungen

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Kämpfer des Internationalen Freiheits-Bataillon

Die internationale Solidarität für die wir arbeiten basiert nicht auf Romantisierung oder bürgerlichem Helfertum, sondern auf dem Bewusstsein, dass die Befreiung des Proletariats in den ausgebeuteten Ländern eine Bedingung für die Zerstörung des global verstrickten imperialistischen Systems und die nachhaltige Einführung des Sozialismus auch in imperialistischen Zentren ist. Solidarität bedeutet nicht allein Kundgebungen zu halten, nicht nur YPG Parolen auf Demos zu rufen etc. Solch eine Solidarität hat auch seine Richtigkeit, doch hat am Ende für die wirklich betroffenen nur minimalen Nutzen. Solidarität muss etwas greifbares sein, etwas materielles. Solidarität muss man in der Hand halten können.

Es gibt zwei Hauptargumente für die Solidarisierung mit Befreiungsbewegungen:

(I) Wenn wir den Sozialismus in der westlichen kapitalistischen Welt verwirklichen wollen, dann ist es unsere höchste Pflicht, unterdrückte Nationen und Völker in ihrem Kampf gegen den westlichen Kapitalismus, also den gemeinsamen Feind, zu unterstützen.

(II) Viele von uns kommen aus Gebieten, die unter Neokolonialismus leiden, viele von uns haben eine persönliche Beziehung zu dem Krieg, in welchem sich das westliche Kapital mit den unterdrückten Massen der Welt befindet. Unsere Familien wurden gezwungen ihre Heimat zu verlassen und leben nun in einem Land, dessen Regierung mitverantwortlich für diese Vertreibung ist. Unsere Familie, Freunde und Genoss*innen wurden für Profit vertrieben oder mussten sogar sterben. Für die Solidarität mit Befreiungsbewegungen, die gegen ein solches Unrecht kämpfen, müssen wir uns nicht rechtfertigen, doch für diejenigen für die solche Konflikte fremd sind versuchen wir es trotzdem.

Mit deutschen Gewehren und Pistolen schießt die türkische Regierung gegen Aktivist*innen und Zivilist*innen in der Türkei und Kurdistan. Mit deutschen Panzerfäusten schießt die IDF in Palästina gegen Aktivist*innen und Zivilist*innen. Das deutsche G3 Gewehr ist bis heute Standardwaffe der iranischen Armee im Einsatz gegen Befreiungsbewegungen. Philippinen, Kolumbien, Saudi-Arabien – Kapital und Waffen aus der BRD beteiligen sich aktiv an antikommunistischen Kriegen und sind mitverantwortlich für Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Wir müssen analysieren, welche Widersprüche am stärksten sind, damit sich unsere Bemühungen auf die Bereiche konzentrieren, die für den Kampf für den Sozialismus am vorteilhaftesten sind. Der größte Widerspruch, der die Proletarier weltweit in Ketten hält, ist der Imperialismus. So analysierten es die großen marxistischen Denker. Unter anderem Lenin, Che Guevara, Ho Chi Minh. Internationale Solidaritätsarbeit darf nicht als nur ein weiteres politisches Thema verstanden werden, zu dem politisch gearbeitet werden kann. Internationale Solidarität bzw. Internationalismus ist heute eine absolute Notwendigkeit. Die Lebensbedingungen in Ländern des globalen Südens aber auch die Unterdrückung von Befreiungsbewegungen kann nicht getrennt von der Politik der kapitalistischen Zentren und ihrer Interessen betrachtet werden. Jede Schwächung der neokolonialen Ausbeutung, jede Schwächung des neokolonialen Einflusses auf die Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika bedeutet eine Schwächung des Imperialismus und ist Teil des globalen und lokalen Klassenkampfs, auch in imperialistischen Ländern. An einem Beispiel verdeutlicht: Kämpfen Befreiungsbewegungen in Kolumbien gegen deutsche Kapitalanlagen, kämpfen Kleinbauern gegen die (oft bewaffnete) Privatisierung von Ländereien, trifft dies Kapitalist*innen die in Deutschland sitzen und Kapital in deutschen Banken. Wenn wir für die sozialistische Revolution in unserem eigenen Land arbeiten wollen, ist es eine strategische Notwendigkeit, auf der Basis dieses Bewusstseins das Kapital international zu bekämpfen und die Jugend, die Arbeiterklasse und fortschrittlichen Menschen auf das Ergebnis des Kampfes zwischen den Aspekten dieses Widerspruchs vorzubereiten – den Kampf gegen den Neokolonialismus, gegen den heutigen Imperialismus, zu unterstützen.

Solidarität muss einen physischen Charakter haben

Am Anfang des Textes wurde gesagt „Solidarität muss man in der Hand halten können.“ In vielen Teilen der deutschen Linken ist „Solidarität mit Befreiungsbewegungen“ zwar existent, jedoch noch sehr beschränkt. Wenn wir internationalistische Arbeit als strategische Notwendigkeit bewerten, dann darf Solidaritätsarbeit nicht bei Bekenntnisschreiben oder der passiven Teilnahme an Demonstrationen enden. Es gibt viele Möglichkeiten wie Kommunist*innen und Aktivist*innen in imperialistischen Zentren, die Befreiungsbewegungen in den von Imperialismus dominierten Ländern unterstützen können. Diese Möglichkeiten können sehr stark variieren, doch eins bleibt immer gleich, wenn Solidarität in irgendeiner Weise von Bedeutung sein soll, dann muss sie in erster Linie materiell sein. Ein guter Anfang sind schon Briefe an die politisch-gefangenen Kämpfer- und Aktivist*innen. Solidarität sollte aber da nicht aufhören. Weitere Beispiele dafür sind die CELOX-Kampagne für Guerilla-Kämpfer*innen in Rojava, oder die Internationalistin und die Genossin Ivana Hoffman, die in Rojava für die Verteidigung der Revolution kämpfte und unsterblich wurde. In einer Welt, in welcher mit deutschem Kapital international gegen Befreiungsbewegungen gekämpft wird, dürfen wir den lokalen Kampf gegen den deutschen Staat nicht ignorieren. In einem Interview mit einem Kämpfer des Internationalen Freiheit-Bataillons ( https://young-struggle.org/?p=177 ) fiel folgendes Zitat: “Es gibt viele verschiedene Kämpfe auf der ganzen Welt, die es verdienen, unterstützt zu werden, aber wenn die Leute uns unterstützen wollen, dann sind Kundgebungen nicht genug, es tut mir leid. Im Moment müssen wir Druck auf den faschistischen türkischen Staat ausüben und ihre Wirtschaft beeinflussen. Wir haben keine Wahl, wir müssen bereit sein, Dinge zu machen, die ihrer Wirtschaft echten Schaden zufügen, ihrem Produktionssystem Schaden zufügen und ihrer diplomatischen Vertretung Schaden zufügen. Es ist wichtig, dass die Menschen die Idee akzeptieren, dass wir als Militante in unserer Beziehung zu unserem Feind offensiv sein müssen.” Greifen wir hier beispielsweise deutsche Rüstungskonzerne an ist dies auch eine Form von Solidarität mit materialistischem Charakter. – Lernen wir von den internationalen Klassenkämpfen und handeln dementsprechend. Lernen wir von den ökologischen Aspekten und dem gelebten Internationalismus der Kämpfer des Internationalen Freiheits-Bataillon der Rojava- Revolution. Lernen wir von den unermüdlichen revolutionären Anstrengungen der Freiheitsbewegungen in Kolumbien. Wollen wir das global verstrickte kapitalistische System zerschlagen, müssen wir eurozentristische Gedanken bekämpfen. Der Kapitalismus hat sich globalisiert – organisieren wir also den globalisierten Widerstand!

https://i2.wp.com/secoursrouge.org/dev/wp-content/uploads/2015/09/jpg_signal-2017-03-04-124052.jpg?resize=562%2C316&ssl=1
Gespendete CELOX-Bandagen in der Hand eines IFB Kämpfers

Gibt es eine Befreiungsbewegung in einem vom Imperialismus dominierten Land, die sich bemüht, der nationalen Befreiungsbewegung eine sozialistische Führung zu geben, welche sich auf den Weg gemacht hat die Unterdrückten zu mobilisieren, um den Imperialismus auf ganzer Linie zu bekämpfen, ist es klar, wen wir unterstützen müssen. Bauen sich von Neokolonialismus betroffene unterdrückte Menschen von unten nach oben eine Befreiungsbewegung mit antikapitalistischer Führung auf, die für die Zerschlagung des Imperialismus kämpft, ist es klar, wen wir unterstützen müssen. – im Interesse der sozialistischen Revolution für die Unterdrückten weltweit und auch im Interesse der sozialistischen Revolution für uns!

„Nichts hält mich mehr hier. Ich kann nicht tatenlos zusehen während meine Schwestern, Brüder, Freunde, Mütter, Väter, Genossen um die Freiheit, um die Unabhängigkeit vom Kapitalismus kämpfen. Ich werde den Internationalismus der Partei vertreten und ein Teil der organisierten bewaffneten Bewegung sein.“ Schrieb die Genossin Ivana Hoffmann in ihren letzten Brief bevor sie sich in die Internationalen Brigaden in Rojava einreihte.

Die Befreiungsbewegungen der unterdrückten und ausgebeuteten werden siegen!

KGÖ Kämpfer: ”Der Revolutionäre Geist Von ’68 Lebt Heute In Rojava!”

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(Artikel aus unserem Archiv von 2019, 30. Mai)

Kämpfer der MLKP/Kommunistische Jugendorganisation (KGÖ) gaben ein Interview über das 50. Jahr der 68er Bewegung gegeben. An den Kriegsfronten in Nordsyrien sprachen sie über den 50-jährigen Prozess der revolutionären Bewegung von 1968 und die konkreten Lehren daraus.

MLKP/KGÖ bekämpfen IS Terroristen an der Front in Raqqa 2017

Ihr grüßt das 50. Jahr der 68er Bewegung aus den befreiten Gebieten, in denen Kriegsvorbereitungen getroffen werden. Womit möchtet ihr beginnen?

Deniz Toraman: Lasst mich zunächst auf einen Punkt aufmerksam machen. Es gibt keine Grenze für das, was über die 68er-Bewegung, welche die universale Geschichte der revolutionären Jugendbewegung markiert, gesagt und geschrieben werden kann und egal, wie viel darüber gesprochen wird, es wird immer noch zu wenig sein. Während die politische und ideologische Wirkung dieser ruhmreichen Bewegung heute mit der gleichen Entschlossenheit besteht, halten die Revolutionär*innen der neuen Generation die revolutionäre Fahne von 1968 hoch. Und es wird unmöglich sein, der revolutionären Aktion, die ständig in Bewegung ist, ein Ende zu bereiten.

Obwohl die bürgerlichen Ideolog*innen die 68er Bewegung als “einen Fehler”, der keine Chance habe sich zu wiederholen, gibt es nur eines dazu zu sagen, der Tod macht nicht vor der Angst halt. Um dies zu verstehen, genügt es, den revolutionären Geist der Universitäten Polytechnic und Sourbonne zu betrachten, die Jugendaktionen, die auf der Straße des europäischen Kontinents die Flammen entfachen, die jungen Genoss*innen von Che, die die Straßen Lateinamerikas mit ihren Molotows erleuchten und außerdem in der Türkei-Kurdistan und der Mittlere Osten, wo wir uns jetzt befinden.

Das ist der Hauptgrund für diese Betonung. Für uns bedeutet das 50. Jahr der 68er Bewegung nicht die Wiederbelebung des Gedächtnisses einer alten Geschichte und es bedeutet auch nicht, mit der Vergangenheit zu leben oder in der Vergangenheit zu leben. Im Gegenteil ist die 68er Jugendbewegung gleichzeitig Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der revolutionären Jugendbewegung. Sie ist ihre Gegenwart, weil sie eine der wichtigsten historischen Stützen ist, die unsere Aktion als junge Revolutionär*innen heute prägen. Und natürlich wird die Zukunft, “eine andere Welt” mit den Worten der 68er Generation, auf dieser Geschichte aufbauen.

Nach dieser Bemerkung ist es sinnvoll, mit dem Slogan zu beginnen, den die 68er-Bewegung gerne verwendet und uns übergeben hat: “Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche”. Während dieser Aufruf des Kommandanten Che der ganzen Jugend der Welt die Notwendigkeit aufzeigt, für eine andere Welt zu kämpfen, hat er die Entschlossenheit der Jugend für den Kampf gestärkt.

Der Slogan “Zwei, drei, mehr Vietnam” wurde gewissermaßen zu einer Anleitung und mit der Zeit begann der revolutionäre Freiheitskampf der Jugend militärische Kampfformen anzunehmen.

Wir erinnern uns daran, dass es die 68er Bewegung der Türkei, wie überall auf der Welt einen Slogan hatte, der wie ein „Revolutionsschwur” nach jeder Kundgebung aufgesagt wurde: “Wenn unsere Waffen von Hand zu Hand gereicht werden, wenn sich die Laute der Maschinengewehre Welle für Welle ausbreiten, ist der Tod sehr willkommen.”

So erweitern wir im 50. Jahr 1968 die Vorbereitung auf den revolutionären Krieg mit unseren von Hand zu Hand gereichten Waffen. Wir wissen, dass das “Unmögliche” nur möglich ist, wenn wir den politischen militärischen Krieg, der in allen Bereichen des Lebens gegen die faschistische Diktatur geführt wird, stärken. Es ist eine bekannte Tatsache, dass Deniz und seine Genossen die Straßen und Universitäten mit ihrer revolutionären Aktion füllten, während sie sich gleichzeitig auf die Revolution in Palästina vorbereiteten. Das machen wir heute. Wir können dies sagen, während wir die Freude erleben, unsere revolutionären Aufgaben zu erfüllen, fühlen wir gleichzeitig die Ehre, den Ruf von Deniz, Mahir und Ibrahim nicht unbeantwortet zu lassen.

Wie steht es mit der 68er Bewegung in der Türkei? Was waren ihre markanten Linien?

Taylan Boran: Man muss eine Sache klären. Jeder Teil der revolutionären Bewegung in der Türkei hatte sehr unterschiedliche Ansichten über die 68er Bewegung und den anschließenden revolutionären Sprung von 1971. Um es genauer auszudrücken, wo auch immer sie herkommen, was auch immer sie sehen, sie haben auch die 68er Bewegung entsprechend gesehen und aus ihrer eigenen Perspektive bewertet.

In diesem Sinne ist die Aggression der faschistischen Diktatur und ihrer Handlanger gegen unsere revolutionäre Tradition verständlich und wirklich ehrenhaft für uns. Mahir Çayan, der einer der Anführer des Sprunges von 1971 war, sagte in einem seiner Gedichte: “Mach dir keine Sorgen, mein Freund, erinnere dich daran, was der Meister sagte: ‘so viele Pfeile wie der Feind auf uns wirft, so richtig ist unser Weg.” Deshalb erinnert uns jeder Angriff der Konterrevolution gegen die 68er-Jugendbewegung mehr daran, wie richtig unser Kampf ist. Wir müssen jedoch betonen, dass einige kleinbürgerlichen Intellektuellen, die sich hinter linken Begriffen verstecken und einige Verständnisse innerhalb der Jugendbewegung die revolutionären Vorstöße von 1968 und 1971 absichtlich verzerren.
Der Zweck ist, eine Tradition zu schwächen, die revolutionär und kämpferisch ist. Diese Kreise zielen darauf ab, die jungen Revolutionäre von heute innerhalb der Grenzen der herrschenden Ordnung zu halten und behaupten deshalb, dass die 68er Bewegung eine harmlose, friedliche Oppositionsbewegung mit Forderungen innerhalb des Systems gewesen sei. Natürlich konnten sie ihre Absichten nicht erreichen. Denn die 68er Türkei entwickelte sich von Anfang an mit dem Ansatz, die Grenzen des Systems herauszufordern und mit dem Sprung von 1971 erzielte sie einen soliden Bruch. Während die 68er-Bewegung in Europa oder an verschiedenen anderen Orten gegen Ende der 1970er Jahre zu ruhen begann, wurde sie in der Türkei-Kurdistan militanter und mit dem Aufschwung von 1971 entstand eine neue revolutionären Bewegung. Und um die revolutionären Aufgaben der heutigen Zeit verständlich zu machen, müssen zwei charakteristische Linien dieser Zeit hervorgehoben werden. Erstens beharrte die 68er Bewegung auf dem praktischen-legitimen Kampf. Alle Aktionen dieser Ära rissen Löcher in die Grenzen des Systems, ein militanter Stil, der darum kämpfte, Rechte zu brechen, wurde auf den Straßen ins Leben gerufen, statt nur zu protestieren. Die Jugendbewegung hatte in diesem Sinne die ganze Gesellschaft geführt. Ihre Militanz machte die Aktionen der Arbeiter*innen, Landenteignungen Bauern*Bäuerinnen militanter. Besetzungen, Boykotte, Straßenkämpfe, Widerstand gegen die zivile faschistische Aggression waren in dieser Zeit die hauptsächliche Handlungsweise. Der revolutionären Jugend gelang es, die Jugendbewegung massenhafter und militanter zu organisieren, indem sie sich nicht vor der Unterdrückung und den Verboten der faschistischen Diktatur zurückzog. Diese militante Entschlossenheit prädestinierte auch den Sprung von 1971. Genau von diesem Punkt ausgehend, von Deniz, Mahir und Ibrahim, also vom revolutionären Sprung von 1971, müssen wir den politisch-militärischen Kampf und den revolutionären Krieg erwähnen. Dies ist der markanteste Aspekt der 68er in der Türkei. Beginnend als eine Jugendbewegung brachte der Prozess von 1968 revolutionäre Organisationen, junge revolutionäre Führer*innen und Kämpfer*innen hervor, die darauf abzielten, die politische Macht in kurzer Zeit zu ergreifen. Dieser Sprung war ein gewisser Sieg der revolutionären Jugend gegen verschiedene opportunistische Ansichten und den Reformismus, welche die linke Bewegung beschattet hatten. Sie zeigten, dass der Sieg auf dem Weg zur Revolution nur durch den politisch-militärischen Kampf gewonnen werden konnte und hohe Opfer unvermeidbar waren. Sie sagten, dass die Revolutionär*innen durch ihre Aktionen keine andere Wahl hätten. Und sie hielten an diesen berühmten Worten fest: “Wer nicht für die Revolution kämpft, ist kein Sozialist.” Das Erbe von Deniz, Mahir und Ibrahim war schon immer ein Wegweiser für den Weg der Jugendbewegung.

Glaubt ihr, dass es der Jugendbewegung heute gelingt, das Vermächtnis des Jahres 1971 aufrecht zu erhalten?

Roza Özgür: Meiner Meinung nach ist es nicht möglich, eine vollständige Antwort auf diese Frage zu geben, weil es innerhalb der Jugendbewegung unterschiedliche politische Linien und Organisationsebenen gibt. Und unter diesen Subjekten gibt es ebenso wie diejenigen, die das Erbe und die Waffen der Revolutionäre von 1971 mit einer Ehre beanspruchen, auch diejenigen, die das Revolutionärsein des Jahres 1971 verzerren wollen. Aber abgesehen von dieser Tatsache ist der interessante Punkt hier: Obwohl zwischen den Jugendorganisationen, die den Anspruch auf Revolution und Sozialismus haben, tiefe Unterschiede bestehen, präsentieren sich alle diese Organisationen als die Vertreter von Deniz, Mahir und Ibrahim und versuchen die Jugendmassen auf diesem Weg zu beeinflussen. Was wir jedoch als revolutionär bezeichnen, ist nichts anderes als die Realität selbst. Und deshalb gelingt es niemandem, sich zu verstecken, indem er sich hinter die Revolutionäre der 71er flüchtet. Deshalb setzen die 68er Bewegung und der Sprung von 1971 immer wieder aktuelle Aufgaben auf die Tagesordnung der Jugendbewegung, wie ein durchgehender revolutionärer Handlungsführer. In diesem Punkt sind die Kriterien ziemlich klar. “Das Revolutionärsein bedeutet mit dem Alten zu brechen” bedeutet mit der Ordnung zu brechen, Militanz im praktischen-legitimen Kampf, sowie einen politisch-militärischen Kampf gegen die faschistische Diktatur zu entwickeln. Dies sind die wichtigsten Ansatzpunkte für diejenigen, die den Weg von Deniz gehen wollen.

Wie ist es aus der Sicht der Frauen?

68 war auch der Prozess, der das Bewusstsein der Frauenbefreiung auf die Straße gezogen ist und der Kampf gegen die reaktionäre feudale patriarchalische Macht und all ihre Phänomene angefacht hat. Heute versucht die faschistische Koalition der AKP und MHP Frauen in die Häuser zu sperren und sie in den Schatten von Männern zu ziehen, indem sie sich an die reaktionären faschistischen Traditionen dieser Zeit anlehnt. Als die Schwestern dieser unbekannten Heldinnen der ’68er, kämpfen wir gegen die patriarchale faschistische Herrschaft, vergrößern ihre Träume und erheben das Banner der Frauenbefreiung. Nur ein Blick auf die Straßen oder Schulen und Universitäten würde reichen, um die bestehende Realität zu sehen: Diejenigen, die gegen die Angriffe der politisch-islamischen faschistischen Diktatur den Rückzug von der Straße empfehlen, diejenigen, die die Universitäten ohne Kampf verlassen haben, diejenigen, die ihre existentielle Sache aufgegeben haben, um einfach nicht verhaftet zu werden, oder lasst es mich deutlicher sagen: können diejenigen, die sich tot stellen, fähig sein das Erbe der Revolutionäre der 68er aufrecht zu erhalten? Aber es gibt junge Frauen und Männer, Kommunist*innen und Revolutionär*innen, die mit Ehre kämpfen, um diese revolutionäre Tradition nicht zu verunglimpfen, die das revolutionäre Banner der 68er auf den Straßen, auf den Barrikaden, wehen lassen. Als die revolutionäre Jugendbewegung mit einer Massenmilitanz von den Universitäten auf die Straße sprang, versuchte der faschistische Staat die Bewegung durch das Massaker von Kanlı Pazar (Blutiger Sonntag) aufzuhalten. Aber so kam es nicht und das Massaker griff eher die faschistische Diktatur an, als die revolutionäre Jugend. Obwohl Verhöre und Strafen, Verhaftungen, Angriffen auf Studentenwohnheime oder sogar einzelne Morde ausgeführt wurden, sind sie alle gescheitert. Die Jugend, die ihre Massen und Militanz erweiterte, schuf den Prozess für den revolutionären Sprung von 1971 mit ihrer eigenen Aktion. Es stimmt, dass der Verlauf der heutigen Jugendbewegung wirklich daran erinnert, was 1968 passierte. Der junge kommunistische Wille, der das Suruç-Massaker mit revolutionärem Mut beantwortet hatte, überließ die Straße und Schulen nicht dem Diktator, trotz zahlreicher Verhaftungen, Operationen und aller Arten von Liquidationsangriffen. Die jungen Kommunist*innen wollen nicht nur ihren praktischen-legitimen Kampf mit einem militanten Kampf fortsetzen, sondern auch den einheitlichen Kampf ausweiten, so wie die 68er Jugendbewegung. Und in diesem Sinne übernimmt es die Rolle einer Avantgarde. Und wie Deniz, Mahir und Ibrahim und wie es ihre Genossinnen Kutsiye Bozoklar und Meral Yakar taten, setzen die jungen Kommunist*innen ihre Vorbereitungen fort, um den politischen- militärischen Kampf für den Sieg der Revolution zu führen und ihren Marsch durch Kämpfe an den Schützengräben fortzusetzen, auf diesem Weg zu fallen. Kein Zweifel daran, dass die revolutionäre Fahne der 71er Revolutionäre in sicheren Händen ist, in den Händen der jungen Kommunistinnen und Kommunisten. Sie werden an allen Fronten der Revolution Fahne zeigen.

Was sind die gegenwärtigen Aufgaben der Jugendbewegung?

Destan Güneş: Die revolutionäre Jugendbewegung steht vor einer historischen Pflicht wie im Jahr 1968. Eine grundlegende Tagesordnung und Aufgabe der Jugendbewegung ist es die Avantgarde der revolutionären demokratischen Bewegung gegen die politisch-islamische Diktatur des Palasts zu sein und ein Eisbrecher für die Bewegung zu werden, um ihr den Weg zu ebnen.

Die Jugend muss sich selbst in den Vordergrund aller Kämpfe stellen, um den Diktator zurückzuschlagen, sie zu besiegen und die Völker zum Sieg zu führen. Sie muss die Straßen mit ihrer Lebendigkeit und Militanz füllen. Dies sind fast die Routineaufgaben aller Jugendlichen, die einen revolutionären Anspruch haben. Die aufrichtigen revolutionären Kämpfer der heutigen Jugendbewegung, die Aufgaben und Verantwortungen übernehmen, würden alle schätzen, dass es nicht ausreicht, Politik in alten Formen mit denselben Gewohnheiten zu machen. Wir müssen die Wirklichkeit auf eine reale Weise beschreiben. Was wir durchmachen, ist ein neuer Prozess und dieser neue Prozess ist nichts anderes als der Vernichtungskrieg der politisch-islamischen faschistischen Diktatur zur Unterdrückung der revolutionären Jugendbewegung. Wenn Sie keine liberalen Gedanken haben, sondern an Ihren revolutionären Ansprüchen festhalten, dann sind sie sich gleichzeitig bewusst, dass es keine andere Wahl gibt, als den revolutionären Kampf gegen diesen Vernichtungskrieg zu führen. Während die faschistische Koalition der AKP-MHP nicht nur den Revolutionär*innen und Kommunist*innen, sondern auch den durchschnittlichen Demokraten oder derer, die einen säkularen Lebensstil annehmen, das Leben zum Gefängnis machen, bauen sie an den Grenzen der Türkei und Nordkurdistan Kilometer von Stacheldrahtmauern auf. Sie sind die Vertreter des IS mit Krawatte und verbreiten ihren Terror in der politischen Arena. Ist es nicht klar, dass es keine andere Wahl oder keinen Weg mehr gibt? Es wäre angebracht, an dieser Stelle Stalin zu zitieren. Als Hitlers faschistische Armee vor Moskau stand, sagte der Oberbefehlshaber der Roten Armee: “Wenn die Faschisten einen Vernichtungskrieg verlangen, dann sollen sie ihn bekommen.” Heute reagiert die kommunistische Jugend auf die Anschläge der politisch-islamischen faschistischen Diktatur, die darauf abzielt, die revolutionäre Bewegung auszurotten und zu liquidieren, mit den gleichen Gefühlen, die an den Moskauer Fronten gelebt wurden. Es wachsen die Vorbereitungen des revolutionären Kampfes und die Kämpfer*innen der revolutionären Jugendbewegung werden aufgerufen entschlossen, in diesen revolutionären Schützengräben zu kämpfen. Dieser Aufruf gehört nicht nur den jungen Kommunist*innen, sondern auch Deniz, Mahir und Ibrahim. Sie fielen nicht zurück nach dem Staatsstreich vom 12. März 1970. Sowohl in den Bergen als auch in den Städten kämpften sie gegen den faschistischen Putsch und wurden diejenigen, die einen viel größeren revolutionären Bruch für die Zukunft besiegelt hatten. Die Aufgabe, die wir jetzt zu erfüllen haben, besteht darin, für den Sieg der vereinten Revolution der Türkei und Kurdistans auf allen Gebieten zu kämpfen. auf den Straßen, auf den Barrikaden und natürlich in den Gräben mit unseren Waffen in der Hand. Wir haben unsere erhabenen jungen Militanten und unsere Träume für ein freies und ehrenwertes Leben, für das wir kämpfen. Abschließend möchten wir in diesem Zusammenhang noch einmal unseren Slogan sagen; “Kein Traum wird aufgegeben!” und rufen die hoffnungsvollen “Traumfolgenden” auf, das Feuer des Kampfes für den Sieg der Revolution zu wecken.

Das Leben in der Guerilla – Interview mit einem IFB Kämpfer

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Gründungserklärung des IFB Juni 2015 in Sêrekaniyê

Das Internationale Feiheitsbataillon, oft abgekürzt als IFB oder EÖT (türkisches Akronym für Enternasyonalist Özgürlük Taburu), ist eine bewaffnete Einheit welche in Rojava operiert. Gegründet wurde das IFB im Juni 2015 von mehreren kommunistischen türkischen/kurdischen Parteien, insbesondere die Parteien und Organisationen MLKP, BÖG und Tikko spielten bei dem Aufbau des Bataillons eine zentrale Rolle. Die AktivistInnen der MLKP sind stark und zahlreich im IFB vertreten. Sie arbeiten intensiv und beteiligen sich an Basisarbeiten um langfristig an dem Prozess in Rojava mitzuwirken. Das IFB organisiert sich selbst und untersteht mittlerweile nicht mehr dem Kommando der Volksverteidigungseinheiten YPG. Das IFB verfügt über eine eigene militärische Frauenstruktur, die nach unserer im März 2015 gefallenen Genossin Ivana Hoffman benannt ist. Das Bataillon besteht aus einer Vielzahl von linken InternationalistInnen.

KommunistInnen, AnarchistInnen und RevolutionärInnen aus der ganzen Welt sind in dem IFB zusammengekommen, um die Rojava Revolution zu verteidigen und um sie im Kampf gegen die vielen reaktionären Feinde zu unterstützen. Unter anderem kämpfte das IFB in der historischen Offensive auf Raqqa (2016-2017) und gegen die türkische Invasion in Serekaniye (2019). Das Internationale Freiheitsbataillon beweist das ein gemeinsamer links-solidarischer Kampf, auch bewaffnet, möglich ist.  

Wir hatten die Möglichkeit mit einem Internationalisten des IFB ein Interview zu führen. Unser Interview Partner kommt selbst aus ursprünglich aus Frankreich. Er sprach viel über sein tägliches Leben in der Guerilla, über die Zeit während der Invasion und dem Widerstandskampf in Serêkaniyê.

Das Interview ist auch als Podcast verfügbar:

Kannst du dich kurz Vorstellen? 

Also über mich selbst: Ich bin ein französischer Militant, offensichtlich ein revolutionärer Militant. Ich bin ein Antifaschist, ein Antikapitalist. Ich bin so etwas, was wir in Frankreich als autonomen Militanten bezeichnen. Autonom, nicht wie ein einziger Militanter, sondern ein Militanter aus der autonomen Bewegung. Die Autonome Bewegung ist die wichtigste radikale Bewegung in Frankreich. Autonome Bewegung bedeutet nicht, dass wir nicht organisiert sind, wir haben autonome Organisationen, und ich bin in einigen von ihnen. Ich bin Mitglied verschiedener Gruppen in Frankreich und in Italien. Wir machen Dinge und reden nicht nur darüber. Jetzt bin ich 24. Ich habe mit 14 Jahren mit Militantismus angefangen. Aufgrund meines Lebens und meiner Lebensweise auf dem Land war es ziemlich schwierig tatsächliche politische Dinge zu machen. Es war so, man hat viel politisches Wissen gesammelt und versucht, sich mit Menschen zu vernetzen. Als ich 16 bis 18 Jahre alt war, begann ich mit politischen Aktionen und mich organisatorisch zu vernetzen. Mit 17 bis 18 Jahren konnte ich Mitglied einer Organisation in der Stadt werden. Ich bin für meine Universität und mein Studium in die Stadt gezogen. Ich konnte einige Jahre lang radikalen Militantismus betreiben. Kurz nachdem ich 21 geworden war, ging ich nach Rojava. Es war Ende 2016 und ich blieb anderthalb Jahre dort. Zuerst verbrachte ich 5 Wochen in der YPG-Akademie, wo die YPG ideologisch und militaristisch ausbildet und die neuen internationalen Freiwilligen bildet. Danach ging ich zum IFB. Wenn man dem IFB beitreten möchten, muss man einer türkischen Partei angeschlossen sein. Zu dieser Zeit habe ich mich entschieden, der Partei DKP BÖG beizutreten. DKP ist die Partei und BÖG ist im Grunde der bewaffnete Flügel. Ich war Teil der Qalta-Linie in einer Stadt 25 Kilometer nördlich von Raqqa. Dann ging ich bis zum Ende nach Raqqa. Dann ging ich nach Afrin, als die Invasion Anfang 2018 begann. Ich war der erste internationalistische Kämpfer, der dort ankam und in den Frontkrieg zog. Ich blieb bis März 2018 in Afrin. Danach kehrte ich zu unserer Zentrale zurück. Ich blieb dort bis Mai, dann ging ich für 9 Monate nach Europa zurück. Ich habe politische Arbeit geleistet und dank meines Netzwerks und des Netzwerks meiner Freunde in verschiedenen Ländern einige Konferenzen über Rojava abgehalten. Ich bin im März 2019 nach Rojava zurückgekehrt. Ich verbrachte eine Woche in den Bergen. (…) ch wurde jedes Mal mobilisiert, wenn wir uns wegen einer Invasion in einer Alarmsituation befanden. Ich wurde einige Male nach Serekaniye geschickt. Als die Invasion begann, war ich schon da. Ich habe die 12-tägige Schlacht von Serekaniye gekämpft. Dann verließ ich die Stadt mit dem letzten Konvoi. Wir wurden angewiesen, alle die Stadt zu verlassen. Dann kämpfte ich weiter an der Frontlinie von Til Temir. In all diesen Dörfern zwischen Serekaniye und Til Temir kämpfte ich weiter gegen die türkische Armee und diese Dschihadistengruppen, die mit der türkischen Armee zusammenarbeiten, und ich kämpfe immer noch. Seit Januar sind wir in einer ruhigeren Situation. Trotzdem haben wir einige Kämpfe manchmal, aber nicht so oft. Seit Januar bin ich nur auf Standby und bilde die neuen internationalen Freiwilligen aus. Ich bin so etwas wie ein Trainer. Sobald die Front wieder aktiver wird, gehe ich gerne zurück und kämpfe. Einmal im Oktober 2019 wurde ich zum ersten Mal verletzt und im November 2019 zum zweiten Mal. Nach dem zweiten Mal für eine Woche blieb ich zurück und wartete darauf, dass sich meine Verletzungen erholten. Danach ging ich wieder an die Front. Das ist es mehr oder weniger für die Einführung. Ein bisschen lang, tut mir leid.

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen
Unser Interviewpartner am Lesen und mit einem verletzten Daumen.

Es sind viele Kräfte im Rojava Konflikt beteiligt. Warum hast du dich dazu entschieden dem IFB beizutreten? 

Grundsätzlich, weil IFB eine in Rojava existierende politische Militärstruktur ist und weil ich ihnen politisch sehr nahestehe. Es gibt diese Struktur namens YPG International, aber ich habe zwei Probleme mit der YPG International. Das erste ist, dass viele verschiedene Arten von Freiwilligen dorthin gehen. Menschen, die nicht politisch sind, oder sie sind politisch, aber rechts und sogar Menschen von radikalen Rechten, aber das gibt es mittlerweile nicht mehr. Das war also mein Problem. Das zweite Problem ist, dass ich taktisch gesehen nicht so gerne Zeit mit ihnen verbringe. Sie sind nicht so sehr an vorderster Front. Sie nehmen an Kämpfen teil und ich respektiere sie wirklich, aber sie sind weniger aktiv als das IFB zum Beispiel und auch in Bezug auf die Autonomie haben sie nicht so viel Autonomie. Sie sind sehr abhängig von der kurdischen Bewegung. Sie können nicht selber Initiative ergreifen. In dem IFB können wir eine gewisse Handlungsautonomie haben. Wir können wählen, ob wir direkt an der Struktur an vorderster Front beteiligt sein möchten. Das IFB kooperiert mit kurdischen Kämpfern von YPG oder YPJ, was wir tatsächlich tun. Das ist meiner Meinung nach interessanter. An vorderster Front arbeitet das IFB sehr hart, während es bei YPG International keinen wirklichen Frontkrieg gibt. Es ist eher so, als würde man in einer Basis warten und dort arbeiten. 

Wir sind in der Lage, viele Dinge wie Schulungen, spezielle Ausbildungen, Besuche bei zivilen Freunden und die Arbeit an anderen Projekten durchzuführen. Normalerweise sind die Leute in dem IFB alle sehr politisch. Es ist eine Mischung aus marxistisch-leninistischen türkischen Parteien, die mit YPG YPJ befreundet sind, und vielen internationalen Freiwilligen, die Anarchisten, Trotzkisten, Autonom und dergleichen sind. Sehr cool. Deshalb ist es für mich sinnvoller, bei dem IFB zu sein. 

Welche Rolle hatte das IFB während der Rojava Invasion der türkischen Armee und der jihadistsichen Proxy-Milizen im Oktober 2019? 

Ein paar Tage vor der Invasion stand das IFB in Bereitschaft in Serekaniye, wir waren also bereit. Das IFB hatte eine neue Kampfart adaptiert. Gemeinsam als große Einheit wie beispielsweise in Raqqa gegen  Daesh, macht keinen Sinn wegen der Luftangriffen, der Luftschlägen, der Dronen und all diesem Zeug. Also mussten wir kleinere autonome Gruppen bilden mit viel Bewegungsspielraum. Wir mussten sehr schnell und fließend sein. Also haben wir uns in viele kleine spezialisierte Gruppen aufgelöst. Manche leute spezialisierten sich im Bereich der schweren Bewaffnung, manche in Raketen, Mörsern, Sabotage, Scharfschützen, solche Sachen. Wir waren Gruppen von 2 bis maximal 4 Leuten und mobilisierten in verschiedenen Bereichen in und rund um Serekaniye. Das gesamte IFB war in der Zeit um Oktober 2019 dort aktiv. Nachdem wir Serekaniye verlassen hatten, schlossen sich ein Teil der IFB und der MLKP der YPG/YPJ an. Also gingen wir zurück um in gemischten Gruppen mit der YPG/YPJ in all den Dörfern zwischen Serekaniye und Til Temir zu kämpfen. Warum? Weil wir Serekaniye kannten, wir kannten die Stadt, die Dörfer der Gegend allerdings nicht. Also wollten wir in Gruppen mit den Einheimischen sein, das machte einfach mehr Sinn. Das ist was wir getan haben, und ich finde wir haben es gut getan. Wir wahren schon immer effizient, aber die Entscheidungen die wir getroffen haben… ich bin fest davon überzeugt, dass das unsere Effizienz erheblich gesteigert hat. Nicht so statisch wie als wir noch einfache IFB Gruppen waren, damals warteten wir immer auf die Befehle kurdischer Kommandanten. Gemischte Gruppen gaben uns viel mehr Möglichkeiten die Initiative zu ergreifen, mit Leuten, die die Schlachtfelder kannten, weil sie aus der Gegend kamen. Fast jeden Tag kam es zu einem Einsatz, seit der Invasion aus vom Oktober bis in den Dezember, was wirklich cool war.  

Dauern die Kämpfe noch an? 

Die Kampfsituationen sind nie verschwunden, aber es ist hier inzwischen sehr viel ruhiger als früher. Kurze, sporadische Gefechte im Bereich Til Temir. Für den Moment gibt es nur Einsätze in der Nacht, mal kürzere Einsätze, selten auch mal als Scharfschützen Einsätze in der Nacht oder auch am Tag. Seit Ende Dezember 2019 ist es ein wenig ruhiger, und wir warten wie sich die Situation weiter entwickelt bevor wir uns wieder zurück in heftigere Kampfeinsätze begeben. 

War die Kampferfahrung gegen die türkischen Kräfte anders als die Kämpfe gegen Daesh?

Natürlich waren die Kämpfe mit den türkischen Streitkräften völlig anders als die mit Daesh. Zum Glück war ich wegen Afrin ein bisschen an diese Art von Krieg gewöhnt. Der Hauptunterschied zu den Kämpfen gegen Daesh bestand darin, dass sich die Situation mit den Flugzeugen umkehrte. Gegen die gemeinsamen Feinde waren es US-Flugzeuge und französische Flugzeuge, die feindliche Positionen bombardierten, aber jetzt treffen uns türkische Flugzeuge und Drohnen. Der Himmel als Dimension ist jetzt völlig feindselig, während er zuvor gegen Daesh hauptsächlich freundlich war. Das ist ein großer Unterschied. Außerdem hatte Daesh nicht so viel große Artillerie. Sie waren nicht sehr gut und treffsicher, wenn sie mit Mörsern schießen. Die Türken sind sehr genau mit Mörsern und haben auch große Artillerie, die sie viel benutzen, scheiße viel. Das ist natürlich ein großes Problem. Ja, es ist offensichtlich schwieriger gegen türkische Streitkräfte, deshalb verlieren wir bis jetzt. Unsere Armee ist keine professionelle und wir sind eine arme Armee, also haben wir nicht die gleichen Mittel wie die türkische Armee, welche die zweitgrößte Armee der NATO ist. Also ja, wegen ihrer technologischen Ausrüstung und Feuerüberlegenheit ist es schwieriger als gegen Daesh. Sie benutzen hauptsächlich ihre Proxy-Einheiten, ihre dschihadistischen oder nationalistischen Proxy-Einheiten gegen uns, die Daesh sehr ähnlich sind, einige sind tatsächlich ehemalige Daesh-Mitglieder. Aber manchmal benutzen sie auch türkische Offiziere, um die Gruppen zu koordinieren, oder einige Kommandeure der türkischen Spezialeinheiten. Und außerdem hatte Daesh Fahrzeuge, aber im Vergleich zur Türkei nicht so viele, weil die Türkei scheiße viele Fahrzeuge hat, viele Panzer, mehr als Daesh, sehr viele Panzer. Alle ihre Truppen bewegen sich in gepanzerten Fahrzeugen. Dies macht es uns schwerer, dagegen vorzugehen. 

Wie sieht dein Alltag aus, wenn du nicht kämpfst?  

Über den Alltag: Es gibt viel zu sagen. Ich kann dir sagen, was unser tägliches Leben aktuell ist. Wir sind zurück und befinden uns nicht in einer ständigen Alarmsituation, in der wir ständig an die vorderste Front mobilisiert werden können. Grundsätzlich wachen wir um 05:30 Uhr morgens auf. Wir bereiten uns vor, waschen uns kurz und beginnen danach um 05:45 Uhr mit dem Sport. Wir machen eine Stunde intensiven Sport, sehr intensiven Sport bis 06:45 Uhr. Jeden Tag machen wir verschiedene Sportarten. Manchmal machen wir allgemeinen Sport, bei dem wir unseren ganzen Körper trainieren. Manchmal machen wir Spezialsport, bei dem wir Arme und Schultern, Rücken und Arsch, Beine und solche Dinge trainieren. Manchmal strecken wir uns nur, wenn wir Ruhetage haben. An manchen Tagen machen wir viel Cardio- und Fraktionslernen. Dann frühstücken wir um 07:00 Uhr. Wir beenden das Frühstück zwischen 07:30 und 08:00 Uhr. Nach dem Frühstück haben wir eine halbe Stunde / eine Stunde gemeinsame Aufgaben um unsere Basis vorzubereiten und zu reinigen. Also machen wir von 07:30 bis 08:30 oder von 08:00 bis 09:00 mehr oder weniger diese Arbeit. Danach bis 11:30 / 12:00 haben wir Ausbildung. Abhängig vom Tag haben wir politische und ideologische Ausbildung, oder zurzeit haben wir viel militärische Ausbildung, viel Theorie, speziell am Morgen. Es kann auch sowas wie technische Ausbildung, Informatikausbildung sein, es kann m Grunde alles sein. In diesen Tagen ist es vor allem militärische Ausbildung und an manchen Tagen eine ideologische. Gegen 12:30 Uhr essen wir dann zu Mittag. Abhängig von den Tagen von 12:00 bis 12:30 Uhr oder von 12:30 bis 13:00 Uhr. Dann können wir uns bis 14.00 Uhr etwas ausruhen. Und dann haben wir von 14:00 bis 17:30 Uhr oder von 14:30 bis 18:00 Uhr wieder eine Ausbildung, normalerweise eine militärische Ausbildung. An manchen Tagen kann es Sprache oder Ideologie sein. Wenn wir morgens Theorie machen, üben wir nachmittags praktisch. Manchmal haben wir volle Theorie-Tage, manchmal haben wir volle Praxistage. Es hängt von der Situation ab. Aber normalerweise haben wir morgens Theorie und nachmittags Praxis. Gegen 18:00 Uhr haben wir ein kleines tägliches Treffen nur zwischen den Trainingsgruppen, um unseren Trainingstag zu analysieren, unsere Fehler zu analysieren, zu kritisieren, neue Dinge vorzuschlagen, die zu tun sind. Gegen 18:30 Uhr essen wir zu Abend. Grundsätzlich von 18:00 bis 18.30 Uhr oder von 18.30 bis 19.00 Uhr. Dann haben wir zwischen 07:00 und 19:30 Uhr etwas das was wir DPT nennen. Es ist wie ein Tekmil, ein Treffen mit jedem, jedem Mitglied unserer Basis, internationalen Genossen, jedem anderen Mitglied unserer Basis, kurdische und türkische Genossen, alle. Normalerweise beenden wir zwischen 19:30 und 20:00 Uhr. Es besteht aus 3 Teilen. Der erste Teil geht über den Tag, was wir gemacht haben, wir teilen, welche Informationen wir während des Tages erhalten haben. Z. B. so etwas wie “Okay, wir sind nach draußen gegangen – wir haben diesen Genossen getroffen – wir sind zu diesem Treffen nach draußen gegangen – wir sind gegangen, um Dinge zu kaufen – wir haben dies und das heute trainiert.” diese Art von Dingen. Hier teilen wir auch Kritik, Vorschläge, wie andere Dinge verändern und wie Sie Dinge verbessern können. Im zweiten Teil dieses Treffens geht es um Nachrichten. Wir teilen spezifische Neuigkeiten rund um Rojava und über internationale Neuigkeiten. (…)
Und dann ist der dritte Teil die Vorbereitung der nächsten Tage. Speziell für den Tag danach, aber auch für spätere Tage. (…).  
Nach 20:00 bis 21:00 Uhr oder von 20:30 bis 21:30 Uhr haben wir Sprachunterricht, vorerst auf Kurdisch. Dies ist alle zwei Tage. An allen anderen Tagen von 08:00 bis 22:00 Uhr machen wir gemeinsame Dinge, wie z.B. Zusammen einen Film schauen, normalerweise ziemlich cool. Oder wir haben Diskussionen, aber entspanntere, entspanntere Diskussionen. Oder wir spielen zusammen, kollektive Spiele. Um 09:30 oder 22:30 Uhr gehen wir schlafen. Und dann wünschen wir natürlich eine gute Nacht bis zum guten Morgen, wenn alle aufwachen. Wir müssen Nachtwache halten, es kommt auf die Nacht an, 1 Stunde, 12 Stunden, es kommt darauf an. Wir haben Wachdienst draußen für die Sicherheit. Wir haben also sehr arbeitsreiche Tage und sehr kurze Nächte, aber es ist cool. Es ist interessant. (…)  
Zumindest machen wir nützliche Dinge. Dies ist unser Alltag. Natürlich sind einige Tage etwas Besonderes. Einmal in der Woche haben wir einen halben freien Tag. Und einmal alle 10 Tage haben wir normalerweise volle freie Tage. Wir nutzen diese freien Tage, um in die Städte um Til Temir oder Serêkaniyê zu fahren, Serêkaniyê leider nicht mehr. Wir sehen Freunde, wir arbeiten mit ihnen, machen verschiedene Dinge, kaufen Sachen, gehen zum Schneider, um unsere Kleidung zu reparieren, oder besuchen einfach Freunde, Militärfreunde oder Zivilfreunde. Wir besuchen Familien von Guerillafreunden, es ist cool. Wir haben einige Freunde in Qamişlo und ich versuche sie zu besuchen. Wir nehmen uns auch gemeinsam Zeit. Wenn es Sommer ist, sind wir oft an verschiedenen Orten schwimmen gegangen. Wir gehen zu einigen schönen Orten, um Zeit miteinander zu verbringen. Wir gehen spazieren, machen Rallyes in einigen Hügeln, machen Picknicks, Sport … Wir machen Fußballpartys mit Kameraden aus anderen Strukturen, es ist cool. Wir besuchen jede Woche viele Leute. Wir besuchen Leute jedes Mal, wenn wir Freizeit haben. Wenn wir keine Ausbildungszeit haben und mehr freie Tage haben, sind wir viel mehr draußen. In ein paar Monaten werden wir mehr Freizeit haben. Dann werden wir Freunde aus Tekoşîna Anarşîst besuchen, die gute Freunde von uns sind. Sie sind eine anarchistische Gruppe von Westlernern. Sie waren vorher in der IFB. Oder wir gehen Freunde von YPG International besuchen. Es ist cool, ich kann mich nicht beschweren. In unserer Struktur haben wir viel Freiheit und Autonomie, um Menschen zu besuchen.

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IFB Mitglieder hissen die rote Fahne über Raqqa

Hat sich dein Leben verändert seit den Tagen der Invasion Oktober 2019? 

Ja, offensichtlich hat sich unser Leben seit der türkischen Invasion sehr verändert. Wie wir gemerkt haben, haben wir viele Sicherheitsprobleme, einige Notfallbesprechungen. Insbesondere Personen, die der IFB, also türkischen Linksparteien, angeschlossen sind, werden von Geheimdiensten aus der Türkei angegriffen. Und vor allem Internationalisten. Internationale Freiwillige, die von der türkischen Linken in dem IFB waren, sind sehr in Gefahr. Das ist ein Problem für uns. Normalerweise benutzen wir unsere Autos und unsere Autos sind nichtmilitärische Autos. Es gibt keine militärischen Symbole, keine militärischen Zeichen. Wir vermeiden es, sie zu verwenden, weil sie gefährlich sind und uns zu viel entlarven. Wir vermeiden es jetzt, an Orte zu gehen, an denen es für uns jetzt gefährlich ist. Wenn wir nach draußen gehen, müssen wir sehr vorsichtig mit jedem einzelnen Wort sein, das wir Zivilisten oder sogar Sympathisanten sagen, da alle Informationen von unserem Feind verwendet werden können. Grundsätzlich sind wir viel vorsichtiger und müssen oft unsere Positionen räumen, wenn die Gefahr feindlicher Luftangriffe oder Drohnen besteht. Die Türkei benutzt immer noch Drohnen. Es gibt territoriale Grenzen der Besatzung, aber immer noch fliegen türkische Drohnen im Süden von Til Temir und Serêkaniyê. Es ist stressiger, mehr Wachdienst, es ist eine instabile Situation für uns, wir bewegen uns viel, immer vorsichtig, bereit zu gehen, wir sind nicht mehr so in der Lage wie zuvor Freunde zu besuchen, wir können nicht so einfach zu reisen wie zuvor. Früher sind wir manchmal nach Kobanê gegangen, jetzt ist es sehr schwer wegen des Territoriums, das der Feind besetzt. Jetzt müssen wir einen großen Umweg im Süden machen und es dauert lange, also können wir nicht so oft nach Kobanê gehen. Das Leben ist seit der Invasion wirklich weniger schön. Serêkaniyê war eine Stadt, die wir sehr geliebt haben und jetzt können wir nicht mehr dorthin gehen. Das hat unser tägliches Leben wirklich beeinflusst. Es gibt auch einige Dinge, die ich nicht mit dir teilen kann, tut mir leid. Die Ressourcen, die wir erhalten, sind seit der Invasion weniger, wir müssen vorsichtig mit unseren Ressourcen sein. Es könnte immer sein, dass wir in wenigen Minuten evakuieren müssen. Wir können keine langfristige Perspektive haben. Dies ist ein Schmerz, nicht zu wissen, was passieren wird. Wir leben Tag für Tag und können keine großen Pläne machen. Wenn wir Pläne machen, brechen diese ständig zusammen, das ist ein Problem. Diese Unsicherheit fällt mir schwer, um ehrlich zu sein. 

Gibt es noch etwas was du sagen willst? 

Viele Dinge, über die man reden kann. Ich denke, es ist wichtig, dass die Menschen erkennen, dass es gut ist, zu protestieren, Kundgebungen abzuhalten und den Kampf hier zu unterstützen. Ich sage nicht, dass der Kampf des kurdischen Volkes und der Revolutionäre der einzige und der einzig interessante ist. Es gibt viele verschiedene Kämpfe auf der ganzen Welt, die es verdienen, unterstützt zu werden, aber wenn die Leute uns unterstützen wollen, dann sind Kundgebungen nicht genug, es tut mir leid. Im Moment müssen wir Druck auf den faschistischen türkischen Staat ausüben und ihre Wirtschaft beeinflussen. Wir haben keine Wahl, wir müssen bereit sein, Dinge zu machen, die ihrer Wirtschaft echten Schaden zufügen, ihrem Produktionssystem Schaden zufügen und ihrer diplomatischen Vertretung Schaden zufügen. Es ist wichtig, dass die Menschen die Idee akzeptieren, dass wir als Militante in unserer Beziehung zu unserem Feind offensiv sein müssen. Wenn Sie ein Militant sind, müssen Sie offensiv sein, Sie müssen aggressiv sein. Aggressiv in einer Weise:   – Du hast einen Feind haben, zerstöre ihn. –   Wir können mit unserem Feind nicht diskutieren oder debattieren nicht über verschiedene Ideen, wir führen kein Gespräch über das Leben, über die Welt, nein. Wir sprechen über Menschen, die offen faschistisch sind und die Welt, die sie zu bauen versuchen, ist ein Albtraum. Wenn wir uns dem nicht mit allen Mitteln widersetzen, werden wir verlieren. Es ist wichtig, dies zu realisieren. Wir führen Krieg, nicht nur in den Hügeln und Wüsten von Rojava, sondern in jeder Straße, in jedem Staat, auf jedem Kontinent führen wir Krieg gegen eine Idee, und einer der Hauptakteure dieser faschistischen Idee ist derzeit der türkische Staat. Wir müssen ihn mit allen Mitteln angreifen, wir müssen ihn angreifen, es ist wichtig. Es wird keine Freiheit geben, wenn der türkische Staat nicht vollständig zerstört wird. Das ist eine Realität. Der türkische Staat ist seit seiner Gründung ein faschistischer Staat. Alle Staaten sind bedrückend und autoritär, aber der türkische Staat ist etwas ganz Besonderes. Der türkische Staat ist das beste Beispiel für die Richtung, in die moderne liberale Staaten gehen. Der türkische Staat ist nur einen Schritt weiter in der Offenbarung des offenen Faschismus. Der französische Staat, der US-Staat, viele sogenannte liberale Staaten gehen in diese Richtung und wir müssen sie stoppen. Ich denke, wir müssen den türkischen Staat vorrangig zerstören.