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Das Maraş-Massaker von 1978: Der 19.Dezember ist nicht vergessen!

Der 19. Dezember ist das Datum der Massaker, die der türkische Staat 1978 an Alevit:innen in Maraş und 2000 an Revolutionär:innen in Gefängnissen verübte. Bei dem von der MHP verübten Massaker im Jahr 1978 wurden Hunderte alevitischer Bürger:innen massakriert. Im Jahr 2000 wurden Dutzende von revolutionären Gefangenen bei der Operation „Rückkehr zum Leben“ in den Gefängnissen ermordet.


Das Massaker entwickelte sich von Tag zu Tag. Linke Dozenten, die von Faschisten entführt und ermordet wurden, Jugendliche, die in Ankara beim Plakatieren ebenso kaltblütig ermordet wurden, die Zahl der Angriffe und Morde stieg von Tag zu Tag. In der Zeit schafften es die Faschisten, die Menschen in Angst und Schrecken leben zu lassen. Kurdisch und/oder alevitisch sein war Grund genug, um in der Schule geschlagen zu werden, verfolgt, angegriffen und letztlich ermordet zu werden.


Als das große Massakrieren begann, markierten die Faschisten die Häuser von Alevit:innen mit einem Kreuz, bevor sie willkürlich darauf schossen, bombardierten oder sie anzündeten. Mehr als 200 Häuser und ca. 70 Läden wurden zerstört. Für die Verletzten kam keine Hilfe vom türkischen Staat. Nein, er schaut bewusst zu.


Die Geschichte des faschistischen Staates voller Massaker kann nicht auf den 19. Dezember beschränkt werden. Zweifellos waren nicht nur Alevit:innen und revolutionäre Gefangene, sondern auch das kurdische Volk mit Roboskî im Jahr 2011, die vereinigte revolutionäre Jugendbewegung mit Suruç im Jahr 2015 und die Arbeiter:innen und Werktätigen der vereinigten Revolution mit dem Massaker am Bahnhof Ankara das Ziel. Denn bei all diesen Massakern wollte die faschistische Barbarei stets die Werte, die Identität und den Glauben der Unterdrückten sprengen. Die Waffen, die gegen die Alevit:innen in Maraş, gegen die Revolutionär:innen in den Gefängnissen gerichtet waren, wurden weiterhin gegen die Kurd:innen in Rojava, Bakur und Başur gerichtet.


Die repressive Hand des Staatsterrors saß weiterhin im Nacken jeder oppositionellen Gruppe. Die jahrhundertelange Verfolgung des alevitischen Volkes, die Politik der Isolierung und Entidentifizierung, die den revolutionären Gefangenen auferlegt wurde, setzt sich bis heute in verschiedenen Formen fort. Im Laufe der Geschichte werden die Völker unterdrückter Glaubensrichtungen und Nationen, insbesondere Alevit:innen und Kurd:innen, die nicht mit Massakern und Abschlachtungen in die Knie gezwungen werden konnten, auch heute noch mit Angriffen überzogen. Der Widerstand gegen all diese Angriffe geht jedoch weiter.


Wir werden das nicht einfach hinnehmen. In den Fußstapfen der Bedrettins und Pir-Sultans, in den Fußstapfen von Hüseyin Demircioğlu, Abuzer Çat, Tuncay Yıldırım werden wir die Tradition des Aufstandes und des Widerstands hochhalten und nach Rechenschaft über die Massaker fordern. Grüße an diejenigen, die gekämpft haben und gefallen sind, von Kerbela bis zum Galgen, von Maraş bis zu den Gefängnissen!