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Gesundheitsversorgung im Ortenaukreis – nicht anders als sonst wo hier

Der Kapitalismus tötet. Das macht er wirklich. Auf so vielen Ebenen. Der Kapitalismus macht krank, körperlich und psychisch. Und es ist auch nicht im Sinne des Kapitalismus, diese Menschen wieder zur Gesundheit zu verhelfen. Kliniken schließen, Apotheken schließen, Hausärzte schließen, die Menschen werden alleine gelassen. Seit dem Jahr 2017 wird beispielsweise im baden-württembergischen Landkreis Ortenaukreis von CDU, SPD, FDP, AfD, den Freien Wählern und den Grünen Krankenhäuser geschlossen sowie Kapazität und Personal weggekürzt. 3 von 8 Kliniken sollen wegfallen. In Städten wie Ettenheim oder Kehl am Rhein sollen die Kliniken komplett geschlossen werden. In der Stadt Lahr soll ein neues Krankenhaus gebaut werden. Das klingt erstmal gut, jedoch soll das neue Klinikum 182 Betten weniger haben als das jetzige, und das jetzige ist jetzt schon an der Kapazitätsgrenze. Auch das Personal wird weniger. Ganze Abteilungen sollen sogar abgezogen werden. Das Land Baden-Württemberg will in Zukunft nicht mehr soviel Geld für die Gesundheitsversorgung ausgeben, dass alles mit der Begründung, es sei nicht genug Geld da. Die jetzige schlechte Situation wird dadurch aber nur noch verschlimmert und die Kommunen und die Menschen in den Kommunen werden im Stich gelassen. Menschen die dringend eine Behandlung brauchen, werden nicht aufgenommen. Im Sterben liegende Menschen werden wieder nachhause geschickt, weil kein Platz ist. Andere Patienten werden aufgenommen, aber in den Gängen liegengelassen. Menschen die aufgenommen wurden, werden teilweise zu früh wieder entlassen. Ständig werden beispielsweise bei Operationen vermeidbare Fehler begangen, die im schlimmsten Fall zum Tod der Patienten führen. Die Notaufnahmen sind überfüllt und Menschen müssen selbst mit Knochenbrüchen stundenlang warten bis etwas passiert. Die Wartezeiten werden immer länger. Lange Anfahrtswege zu den Krankenhäusern können häufiger zum Tod der Patienten führen, da sie notfalls einfach nicht rechtzeitig im Krankenhaus ankommen. 

Gerade im eher ländlicheren Raum braucht es eine gute Verteilung vieler Kliniken. Das Personal trifft aber keine Schuld. Die Menschen, die im Krankenhaus arbeiten sind komplett überarbeitet und überfordert. Unbezahlte Überstunden sind normal geworden, der Lohn ist viel zu gering, Pausenzeiten werden nicht eingehalten, die Krankenhäuser sind viel zu schlecht ausgestattet und die richtige Ausrüstung fehlt. Auf das Personal wird nicht gehört. Ihre Meinung wird ignoriert: Teilweise wurden sie bedroht, sie bekamen E-Mails, dass sie mit Konsequenzen wie Abmahnungen oder Kündigungen rechnen müssen, wenn sie sich öffentlich gegen die Bedingungen aussprechen würden. Auch entschied der Landkreis gegen eine Prämie in Höhe von 1.500€ und einige Politiker diskutierten sogar über die Frage, ob die Arbeiter:innen diese überhaupt verdient hätten. Auszubildende wurden inmitten der Corona-Pandemie mit den wichtigsten Aufgaben wie dem Betreuen von Corona-Patienten an Beatmungsmaschinen alleine gelassen, was nur zu extrem hohem Stress und somit zu Fehlern in der Behandlung führt, wie dem versehentlichen Vertauschen von Medikamenten. Die Mitarbeiter selber wurden vor Corona kaum geschützt. Es wurde von Pflegekräften, die sich trotz Drohung getraut haben öffentlich über die Zustände zu sprechen, auch von einem Klima der Angst berichtet: Überwachung durch die IT- Abteilung und starker Druck der Vorgesetzten. Aus diesem Grund sind auch die Kündigungszahlen in den letzten Jahren stark gestiegen. Oft hört man in diesem und auch in anderen Zusammenhängen was von einem „Fachkräftemangel“. Die Fachkräfte sind eigentlich da, sie werden nur nicht richtig ausgebildet, wie Dreck behandelt und ausgebeutet. Und die Anzahl des Personals soll zusätzlich noch trotzdem weiter abgebaut werden. Damit die Bevölkerung davon nichts mitbekommt, hat das Ortenau Klinikum die Rechtsform gewechselt. Das Klinikum ging vom Eigenbetrieb in eine Anstalt des öffentlichen Rechts über. Das heißt, dass ein nicht demokratisch gewählter Verwaltungsrat alles zum Thema Krankenhaus in geheimen, geschlossenen Sitzungen entscheidet und die Bevölkerung aber auch die Presse somit ausgeschlossen wird. Kritische Stimmen werden im Rat nicht zugelassen. Mitglieder des Verwaltungsrates, die ohne Zustimmung der Mehrheit des Verwaltungsrates Informationen nach außen tragen, machen sich strafbar. Das alles wurde vom Landkreis im Jahr 2022 entschieden. Durch die Rechtsformänderung kann der Verwaltungsrat auch eigene Kredite aufnehmen, diese müssen mit Zinsen dann aber wieder zurückgezahlt werden. Somit macht sich das Klinikum abhängig von Banken und fokussiert sich dadurch eher auf Gewinn und nicht auf eine gute Gesundheitsversorgung. Theoretisch kann dadurch das Klinikum in Zukunft komplett privatisiert werden, wenn der Landkreis die Kosten nicht mehr tragen kann oder will. Psychische Erkrankungen werden nicht ernst genommen und wirksam behandelt. Gerade für stationäre Behandlungsfälle sind die Plätze zu gering. Vor allem seit der Pandemie leidet eine erhöhte Anzahl der Menschen an psychischen Krankheiten. Auch Hausärzte und Fachärzte werden immer weniger. Auch hier muss man immer länger auf einen Termin für die passende Behandlung warten. Parteien wie die CDU möchten dieses Problem auch nicht lösen, sondern hetzen lieber gegen die kleinsten in unserer Gesellschaft, und schieben das Problem den Flüchtlingen, die am aller wenigsten was dafür können, in die Schuhe. Das Problem heißt aber Kapitalismus und wer das Problem der schlechten Gesundheitsversorgung bekämpfen will, muss den Kapitalismus bekämpfen. Die Gesundheit der Menschen darf nicht privaten Konzernen zur Profitsteigerung überlassen werden! Menschenleben ist zu teuer. Menschenleben retten ist nicht profitabel, und alles was kein Profit bringt, ist Staat und Kapital egal.