Ivana Hoffmanns Kampf geht weiter! – Bericht zum 6. Ivana Hoffmann Festival

Sechs Jahre ist es nun her, dass unsere Freundin und Genossin Ivana Hoffmann in den Bergen Rojavas unsterblich wurde. Ivana sagte in ihrem letzten Brief, sie werde wie die schönsten Lieder sein und jeden in ihren Bann ziehen, und so ist es auch gekommen. In den sechs Jahren ohne Ivana ist viel passiert, vieles in der Welt hat sich geändert, doch der Feind gegen den Ivana kämpfte ist immer noch derselbe. So kommt es, dass Ivana immer wieder aufs Neue Menschen inspiriert den Kampf gegen den Feind, das kapitalistische System, aufzunehmen und weiterzuführen. Eine neue Generation junger Revolutionär:innen tritt in die Fußstapfen Ivanas um ihren Weg weiter zu gehen und lässt Ivana weiterleben.

Ein wichtiger Teil, um Ivanas Kampf in ihrer Heimatstadt Duisburg und über die Grenzen der Stadt hinweg in Erinnerung zu halten ist das jährliche Ivana Hoffmann Festival, dass am vergangenen Wochenende zum sechsten Mal stattfand.

Das diesjährige Festival fand unter besonderen Vorzeichen statt. Nach über einem Jahr Corona Pandemie, einem Jahr der Krise unseres Wirtschaftssystems und einem Stillstand des sozialen Lebens, in dem es nicht möglich war, ein Festival zu organisieren war es uns nach einem Jahr Pause besonders wichtig dieses Jahr wieder ein Festival auf die Beine zu stellen. Das vergangene Jahr hat uns und Millionen Menschen weltweit vor die Wahl gestellt, ob wir die Zustände, in denen wir leben, weiter einfach so hinnehmen wollen, oder, ob wir etwas an diesem System verändern wollen. Ivanas Antwort auf diese Frage war ganz klar, sie hat sich entschlossen diesem System die Stirn zu bieten. Ihr Kampf ist, besonders in der aktuellen Zeit, ein leuchtendes Vorbild für uns alle.

Die Vorbereitungen auf das Festival waren trotz der unklaren Coronasituation erfolgreich. In Städten in ganz Deutschland wurde Ivanas Gesicht plakatiert und zum Festival aufgerufen. Dabei wurde auch immer wieder klar, welch ein Dorn im Auge widerständige Menschen wie Ivana für Teile der Gesellschaft sind. In Duisburg kam es vor, dass von der örtlichen SPD (die den faschistischen türkischen Staat bei seinen imperialistischen Krieg, in dem auch Ivana fiel, unterstützt) versucht wurde aufgehängte Plakate abzureißen und Ivanas Gesicht mit Stickern überklebt wurde.

Unter dem Motto „Unsere Solidarität gegen ihre Repression – Antifaschismus international“ begann das Festivalwochenende am Freitagabend mit einer Podiumsdiskussion in dem das Thema des Festivals eingeordnet wurde. Die Gäste der Roten Hilfe, der Gefangenenorganisation TSP, Gefangeneninfo und des Notwendig Solikreises sprachen über die aktuelle Lage der Repression gegen Antifaschist:innen und Revolutionär:innen in Deutschland und weltweit. Neben einem Fokus auf die Zuspitzung der Repressionslage durch die Krisen unseres Systems wurde auf aktuelle politische Gefangene und die Möglichkeit diese in Haft zu unterstützen eingegangen.

Der Tag des Festivals begann mit einer Demonstration vom Duisburger Hauptbahnhof, durch die Innenstadt hin zum Ort des Festivals am Duisburger Innenhafen. In den Reden wurde an Ivana erinnert und die Wichtigkeit ihres Kampfes in der aktuellen Zeit unterstrichen. Die Demo zog kämpferisch durch die Straßen Duisburg und verbreitete den Namen Ivana Hoffmann lautstark in der ganzen Stadt, viele Duisburger:innen am Rande der Demo zeigten sich interessiert und solidarisch.

Auf dem Festivalgelände selbst begann dann ab dem frühen Mittag ein abwechslungsreiches Programm. Es gab vegetarisches Essen, verschiedenste Stände von Young Struggle, Zora, TSP, Rebellion Ruhr, Migrantifa, Panthifa und vielen mehr. Auf der Bühne spielten Bands aus aller Welt, von Compania Bataclan, über Nia2161, Antinational Embassy, Murat Güngör, Emrah und Taylan hin zur Sängerin Leman. In zahlreichen Redebeiträgen wurde zudem über Ivanas Leben, ihrer Rolle in der (Frauen-) Revolution und über die aktuelle Lage der Repression gesprochen. Bis spät in den Abend wurde gemeinsam gelacht, diskutiert, getanzt, erinnert.

Das sechste Ivana Hoffmann Festival war ein voller Erfolg. An einem wunderschönen Spätsommertag feierten wir unsere Freundin und Genossin und ihren Kampf so, wie sie es geliebt hätte. Über 500 Gäste aus Duisburg, oder, extra für das Festival aus anderen Städten und Ländern angereist kamen zusammen, um Ivana zu gedenken und ein Zeichen der Solidarität mit den Kämpfen der Unterdrückten und zu den politischen Gefangenen in die Knäste dieser Welt zu senden.

Von Duisburg bis nach Rojava in unserem Kampf lebt Ivana!